Und plötzlich hieß es Home-Office – Webinare in Corona-Zeiten

Der Tag, an dem die Schulen schließen mussten

Man möchte meinen, einem Projekt, welches sich tagtäglich mit der Recherche im Internet und der Präventionsarbeit im Social-Media-Bereich bewegt, fällt es nicht schwer, seine Arbeit plötzlich auf den vollkommenen Internetbetrieb umzustellen. Doch dem war nicht ganz so.  

Erst waren es nur leise Gerüchte oder Spekulationen und dann die Bestätigung: Schulen werden nach und nach geschlossen, Büros stellen auf Home-Office um und Fortbildungen müssen am heimischen PC absolviert werden.  

Eine Herausforderung, die es zu meistern galt

Auch für uns erst einmal eine Herausforderung. Doch was macht man mit diesen? Man packt sie am Schopfe und macht sie sich zum Vorteil. Und genau das ist auch bei Social Web macht Schule passiert.  

Innerhalb kürzester Zeit stellten wir uns um und überlegten uns, was wir nun den Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen an die Hand geben können, um diese Krisensituation gemeinsam zu meistern. Den Kopf in den Sand stecken kam nicht infrage!  

In einer herausragenden Teamarbeit formierten wir uns neu und was dabei herauskam überraschte uns selbst manchmal. Nachdem die Hürde des „Hilfe, jetzt muss ich mit Kind, Hund oder WG-Leben auch noch meine Arbeit meistern und organisieren“ halbwegs geklärt war, legten wir los. Im Nu entstand eine Webinar-Reihe, die mehr und mehr Zulauf bekam. Und hier konnte jeder mitwirken und sein/ihr Herzensthema einfließen lassen. Denn mit nichts anderem arbeitet es sich schließlich besser als mit der eigenen Motivation.

Alle sitzen in einem Boot

Mit der Unterstützung unserer tatkräftigen Sponsoren (Ostsächsische Sparkasse Dresden und enviaM) und Aufträgen des Landesamtes für Schule und Bildung konnten wir sowohl Elternabende als auch Fortbildungen für Lehrende weiter durchführen, doch jetzt mit einem kleinen Unterschied: per Webcam und am PC. Was wir zunächst für seltsam hielten und uns fragten, ob dies wirklich so funktionieren könne, klappte plötzlich. 

Vor allem für mich war es spannend zu beobachten, wie die einzelnen Teammitglieder ihre Scheu oder Ängste ablegten und über ihren Schatten sprangen.  

So hatte ich ein wenig Angst, vor Lehrer*innen zu sprechen, da sich hierbei immer wieder Erinnerungen an strenge Blicke und kritische Bewertungen aus meiner Schulzeit in den Vordergrund spielten. Doch in zahlreichen Webinaren merkte ich: „Hey, wir sitzen gerade alle im selben Boot“. Lehrer*innen begegneten mir nun als Menschen, die mit mir zusammenarbeiten wollten und dankbar für unser Angebot waren. Dies gab mir Motivation und Selbstbewusstsein, genau hier weiter anzusetzen.

SWmS-Team-Kummerkasten

Webinare in Corona-Zeiten

Natürlich konnten in den vergangenen Monaten nicht einmal mehr unsere Meetings und Besprechungen in einem realen Raum zusammen abgehalten werden. Dafür richteten wir uns aber virtuelle Konferenzräume via Clickmeeting ein und schon konnte ein kreatives Brainstorming beginnen. Der Vorteil? Alle waren sich einig, wie entspannt es doch sein kann, in Jogging-Hose vor dem PC zu sitzen. Und noch etwas ist mir aufgefallen. Meiner Meinung nach sind wir durch die gemeinsame Herausforderung und Isolation enger zusammengewachsen als je zuvor. Die Anfahrtszeiten, Styling und Raumorganisation fielen weg. Was blieb war mehr Zeit, auch einmal über unsere Gedanken, Erlebnisse und Gefühle zu reden. Denn davon gab es allerhand.  

Ein spannender Nebeneffekt – ich als neugieriger Mensch kenne jetzt von all meinen Kolleg*innen Teile der Wohnung, lustige Mitbewohner oder gut gelaunte Kinder 😉 

Und jetzt?

Im Team wurde darüber diskutiert wie wir uns fühlen, was wir an der aktuellen Lage positiv und negativ bewerten. Unser Social Web macht Schule Büro ist wieder offen, doch nur sporadisch besetzt. Zwar sind wir uns darüber einig, dass uns der physische Kontakt ein wenig abhanden gekommen ist, jedoch nicht unser sozialer Austausch oder unser Miteinander.  

Sicher freue ich mich, demnächst wieder mit meinen Kollegen in Workshops gehen zu können und im Büro meinen Kaffee zusammen mit den anderen zu schlürfen.  

Und dennoch bin ich ein klein wenig froh über die vergangenen Monate. Denn jede Krise bietet uns die Möglichkeit, etwas Wunderbares zu erschaffen und gestärkt daraus hervor zu gehen.  

 

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