6. April 2016 | Qualitätskriterien für gelingende Gesundheitsförderung an sächsischen Schulen

Qualitätskriterien für gelingende Gesundheitsförderung an sächsischen Schulen

Mobbing kann krank machen und sich zu schweren Krankheiten entwickeln. Social Web macht Schule hat in Sachsen bereits etliche Schüler/-innen, Lehrer/-innen und Eltern darüber aufgeklärt und Handlungsempfehlungen für einen Mobbing-Vorfall ausgesprochen.
Um Präventionsarbeit an sächsischen Schulen durchführen zu können, hat der Landesarbeitsstelle Schule-Jugendhilfe Sachsen e.V Qualitätskriterien für solche Projekte aufgestellt. Diese müssen erfüllt werden, um Gesundheitsfördernde Angebote in Schulen durchführen zu können.
Die zehn Qualitätskriterien der LSJ sind hier nachlesbar.
In den einzelnen Abschnitten wird nachgegangen, inwieweit Social Web macht Schule diese Kriterien erfüllt.

1.Kompetenzansatz
Der von Social Web macht Schule durchgeführte ein- bis zweitägige Schülerworkshop konzentriert sich gleichermaßen auf Sach-, Personal und Sozialkompetenzen. Zum einen bekommen die Schüler/-innen einen Einblick zu Informations- und Recherchemöglichkeiten zum Thema Datenschutz, Cybermobbing oder Reichweiten der Sozialen Medien. Zum anderen stehen den Schülern und Schülerinnen eine Vielzahl von Themen und Methoden zur Verfügung. Der Workshop besteht aus zahlreichen Gruppenarbeiten, die der Stärkung von sozialen Kompetenzen dienen.
Aufgabenstellung und Themenbereiche werden der jeweiligen Altersstufe angepasst, um eine Über- oder Unterforderung zu vermeiden.

2. Handlungsorientierung
Bereits vor einem Workshop setzen sich die Schüler/-innen mit ihrem Umfeld auseinander. Im Vorfeld führen die Schüler/-innen ein Nutzungstagebuch über ihr Auftreten im Internet. Medien sind ein großer Bestandteil im Leben der Jugendlichen. An diesen Fakt wird im Workshop angeknüpft. Je nach gewähltem Modul wird das eigene Smartphone mit in den Workshop einbezogen. Chancen und Risiken werden aufgezeigt und den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht. In Talkshows oder Rollenspielen wird das Einfühlungsvermögen der Schüler/-innen gestärkt.

3. Subjektorientierung
Die Schüler/-innen setzen sich mit ihrem eigenen Internetverhalten auseinander. Dieses wird mithilfe der Workshops reflektiert. Social Web macht Schule geht aktiv gegen Cybermobbing vor und bietet Aufklärung über Internetsucht und das eigene Internetauftreten. Nach dem Workshop steht den Schülerinnen und Schülern ein Ansprechpartner zur Verfügung. Dieser kann bei einem Mobbing-Vorfall über den „WhatsApp-Kummerkasten“ kontaktiert werden.

4. Umgang mit Heterogenität
Social Web macht Schule erhält schon im Vorhinein Informationen über das Nutzungsverhalten der Schüler/-innen. Die tägliche Internet-Nutzungsdauer der Schüler/-innen wird erfasst. Falls es im Vorfeld Vorfälle in Bezug zum Thema Cyber-Mobbing (oder Mobbing) gab, wird dies ebenfalls angegeben. Mit diesen Informationen kann der Workshop der jeweiligen Klasse angepasst werden.
Alle Schüler und Schülerinnen nehmen gleichberechtigt an dem Workshop teil.

5. Ganzheitliche Persönlichkeitsbildung
Die Schüler/-innen werden angeregt sich ebenfalls außerschulisch mit den Themen auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund werden auch Elternabende und Lehrerfortbildungen durchgeführt, um auch das Umfeld der Schüler/-innen entsprechend zu schulen. Den Schülern und Schülerinnen werden durch die ausgewählten Methoden ihre individuellen Fähigkeiten und Potentiale bewusst. Schwächen werden aufgezeigt und innerhalb des Workshops daran gearbeitet.

6. Lebensweltbezug
Internetnutzung und Smartphones sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Sie umgeben uns in vielen Lebenslagen. Soziale Medien sind ein Teil der Lebenswelt von Schülern und Schülerinnen. Der richtige Umgang wird oftmals weder in Schulen noch im Elternhaus beigebracht. Dabei ist eine Aufklärung über negative als auch positive Seiten unabdinglich. Social Web macht Schule stellt innerhalb der Workshops realistische Bezüge her und knüpft an das Vorwissen der Schüler/-innen an.

7.Zusammenarbeit aller Akteure
Neben Schülerworkshops werden ebenfalls Elternabende und Lehrerfortbildungen von geschulten Trainern durchgeführt. Diese dienen dazu Eltern und Lehrer/-innen ebenfalls über Soziale Medien aufzuklären. Ihnen wird eine Handlungsempfehlung im Mobbingfall ausgesprochen. Lehrern wird zusätzliches Material ausgeteilt, um im Unterricht die vorgestellten Themen einzubauen.

8. Prozessorientierung/Einbettung in das Schulprogramm (Konzeption zur Gesundheitsförderung)
Die Schülerworkshops leisten präventive Medienbildung, die in den Lehrplänen noch nicht vorgesehen sind. Viele Lehrer/-innen sind sich zu unsicher, um an das Wissen der Schüler/-innen anknüpfen zu können. Social Web macht Schule bietet Angebote zur Gesundheitsförderung mit einer klaren Zielführung.

9. Transparenz und Partizipation
Vor Beginn des Projektes stimmen die Schüler/-innen ab, welche Themen sie in den Schülerworkshops behandeln wollen. Somit bekommen sie bereits im Vorfeld einen Überblick über die Ziele und den Ablauf des Workshops.

10. Nachhaltigkeit (bezogen auf Schule)
Die Schülerworkshops ergänzen sinnvoll die Lehrplaninhalte. Lehrer/-innen werden durch Lehrerfortbildungen geschult und über Soziale Medien aufgeklärt.
Social Web macht Schule konnte sich bereits als dauerhaftes Angebot bei mehreren Schulen integrieren. Mit dem „WhatsApp-Kummerkasten“ steht den Schülern nach dem Workshop bei einem Mobbing-Vorfall ein Ansprechpartner zu Verfügung.

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Autor: Sylvia Stegmann

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