13. Juni 2017 | Gemeinsam stark

Schülerworkshops stellen nur eine Säule dar, wenn es um die Vermittlung von Medienkompetenz im Social Web an Schüler und Schülerinnen geht.

Vor diesem Hintergrund war ich Ende Mai zu einem Elternabend in Großrückerswalde. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Großrückerswalde hatten wir bereits im letzten Sommer mit einem Workshop rund um Cybermobbing unterstützt. Um die Vermittlung von Chancen und Gefahren zu komplementieren, dürfen natürlich die Eltern als Bezugspunkt und Vorbilder ihrer Kinder nicht fehlen. Somit habe ich in meinem Vortrag auch besonders darauf Wert gelegt, den Eltern zu vermitteln, dass sie gemeinsam mit ihren Kindern das Internet und die vielen verschiedenen Apps erkunden – und mit gutem Beispiel vorangehen sollten.

Würden Sie ihrem 6-jährigen Kind ein Buch von Shakespeare in die Hand drücken und sagen: „Lies mal“? Wohl kaum.

Das Internet oder Smartphones verteufeln sollten wir aber nicht. Smartphones sind Medien genau wie Bücher oder der Fernseher. Und wir setzen unser Kind ja auch nicht 22 Uhr vor den Bildschirm und lassen es ungehindert RTL 2 schauen, ebenso wie wir ihnen mit 6 Jahren noch keine Enzyklopädie vorsetzen.

Unsere Kinder wachsen stattdessen mit Bilderbüchern auf, später lesen wir ihnen vor und schlussendlich gehen sie ihre eigenen Schritte und beginnen Erstlesebücher holprig den stolzen Eltern vorzulesen.

Ebenso sollten wir mit digitalen Medien umgehen. Das Internet ist zu groß und vielfältig, als dass ein Grundschüler es erfassen und kognitiv verarbeiten könnte. Und es ist durch seine Offenheit zweifelsohne auch nicht ganz ungefährlich – was bleibt ist eine konsequente Medienerziehung und -begleitung.

Daher war die Quintessenz meines Vortrages und der Satz, den ich an diesem Abend wohl am häufigsten gesagt habe, dass die Eltern das Social Web und die digitalen Medien mit ihren Kindern gemeinsam erkunden und ausprobieren sollen. Ich habe an die Eltern appelliert mit ihren Kinder zu sprechen, behutsam zu (hinter)fragen welche Apps sie nutzen und mit wem sie kommunizieren (ohne in die Privatsphäre des Kindes einzudringen). In den kleineren Klassen besteht noch die Möglichkeit einen großen Einfluss auf die Kids zu nehmen sowie spielerisch mit ihnen Regeln zur Mediennutzung aufzustellen genauso wie einen offenen Austausch und Diskurs anzustoßen. Eine Möglichkeit, die wir nutzen sollten!

Output des Fachtags "Mediensucht" von k.NIF, Graphic Recordings von Johanna Benz.

Output des Fachtags „Mediensucht“ von k.NIF, Graphic Recordings von Johanna Benz.

Sie wollen mehr erfahren? Dann schauen Sie hier nach:

  • Mediennutzungsvertrag um spielerisch Regeln aufzustellen: https://www.mediennutzungsvertrag.de/
  • Klicksafe: http://www.klicksafe.de/
  • Schau Hin zu Jugendschutzeinstellungen Nr. 1: https://www.schau-hin.info/news/artikel/auf-jugendschutz-bei-videoportalen-achten.html
  • Schau Hin zu Jugendschutzeinstellungen Android-Geräte: https://www.schau-hin.info/medien/mobile-geraete/sicherheit/sicherheit-android.html
  • Schau Hin zu Jugendschutzeinstellungen bei Frizbox-Routern: https://www.schau-hin.info/medien/internet/sicherheit/sicherheitseinstellungen-bei-der-fritzbox.html
Autor: Marcel Burghardt

23. Mai 2017 | Ist das mein Problem?

Liebe Lehrer und Lehrerinnen,

ich weiß ihr habt viel auf dem Tisch. Ich weiß eure Zeit ist begrenzt. Ich weiß, dass man auch einfach mal einen Feierabend haben möchte und ich weiß, dass niemand Konflikte gern anspricht.

Ich weiß aber auch, dass Cybermobbing Realität ist. Ich sehe, dass viele Schüler leiden. Ich sehe Ausgrenzung. Ich sehe Beschimpfungen und Beleidigungen. Ich sehe viel Traurigkeit und viel Verzweiflung. Ich lerne über unseren Cybermobbing Kummerkasten Woche für Woche die traurigen Geschichten der Kinder und Jugendlichen kennen, die niemanden sonst zum Reden haben, die sich dick fühlen, die ihr Essen wieder auskotzen, die sich ritzen.

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Reaktion einer Schülerin auf das Amanda Todd Video

Und dann fragt ihr mich „Was geht uns das an? Ist das unser Problem? Handys sind bei uns verboten. Darum sollen sich doch die Eltern kümmern.“ [in der Lehrerweiterbildung bleibe ich an dieser Stelle meist still und hoffe, dass mir ein beherzter Lehrer zu Hilfe springt, damit nicht nur die Referentin (die ja „vom Schulalltag gar keine Ahnung hat“) mit erhobenem Zeigefinger vorn steht. Normalerweise springt mir eine Person zu Hilfe. Eine unter 30 anwesenden Lehrern.]

Liebe Lehrer und Lehrerinnen: es ist sehr wohl eure Verantwortung. Es ist eure professionelle Verantwortung als Lehrer, die das Schulgesetz unter den Begriffen „Fürsorgepflicht“ und „Erziehungsauftrag“ vorschreibt. Und es ist eure Verantwortung als menschliche Wesen. Es ist eure Klasse. Es sind eure Schüler. Wer, wenn nicht ihr, kennt dieses Gefüge, kann einschätzen wie die Situation wirklich ist. Wer immer allein sitzt. Wer Angst hat und nicht dazugehört. Und wer Spott ertragen muss. Ihr habt die Verantwortung über eine Gruppe Heranwachsender. Sie zu begleiten. Sie zu unterstützen. Sie selbst zu verantwortungsbewussten, selbstständigen, reflektierten Erwachsenen zu erziehen – und nicht nur Gedichtanalyse, Winkelberechnung und den Aufbau des Vogels beizubringen.

Opfer Sept 2014

Darstellung der Opferrolle im Mobbingprozess

Mobbing ist nicht normal. Mobbing gehört nicht zum Heranwachsen dazu. Zum Heranwachsen dazu gehört es sich zu vergleichen, Stärken und Schwächen kennenzulernen, den Platz in einer Gruppe zu suchen. Dieser Prozess wird von Konflikten begleitet. Aber nicht von systematischen Mobbing.

Auch ihr wart einmal jung. Auch ihr habt einmal gewusst wie schwer es ist sich selbst zu finden. Wie schwer es ist, zu sich selbst zu stehen, sich zu akzeptieren und den Mund aufzumachen, wenn jemand anderes das nicht tut. Auch ihr musstet lernen euch Sachen nicht so zu Herzen zu nehmen – und lernt es mitunter immer noch. Und jetzt sind nicht mehr nur die Augen der Klasse auf die Kinder und Jugendlichen gerichtet sondern dank Instagram, WhatsApp & Co. die der ganzen Weltöffentlichkeit. Helft euren Schülern, seid für sie da und gestaltet mit ihnen eine Welt, in der man gern lebt.

Nützliche Materialien für Lehrer

Projekttag „Gewaltfreie Selbstbehauptung“ von klicksafe.

Dokumentationshilfen und Protokolle zum Erfassen von Mobbingsituationen „Systematisches Konfliktmanagement“ der Gesellschaft für systematische Pädagogik und soziale Arbeit in Schule und Jugendhilfe.

Praktischer Ratgeber „Mobbing in der Schule. Erkennen und handeln.“ von Martin Ebner.

 

 

 

Autor: Kristin Stritzke

26. April 2017 | Und plötzlich macht es Klick

Vor Kurzem hatte ich meinen ersten Einsatz als Trainer von Social Web macht Schule. In der Oberschule in Hartha brachte ich einer 5. Klasse die Themen Datenschutz & Privatsphäre näher und erarbeitete gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen Kommunikationsregeln für Messenger Dienste wie Whatsapp & Co. Wie das genau aussah, was die Schüler und Schülerinnen dabei machten und wie ich meinen ersten Unterrichtseinsatz überstanden habe, lest ihr hier:

1, 2 oder 3 – ob ihr wirklich richtig steht…

Die Schülerinnen und Schüler konnten sich in einem Datenschutzquiz vom Stil der Fernsehshow 1, 2 oder 3 spielerisch mit Fragen nach Passwortsicherheit, Bildrecht, etc. auseinandersetzen. Anschließend ließ ich sie mit iPads Informationen über sich, ihre Eltern und Freunde suchen, die freizugänglich im Internet nachzulesen sind. Ziel der Methode war ein Verständnis dafür zuschaffen, welche Informationen man im Netz posten kann und was man eher für sich behält.

Social Web macht Schule Datenschutz

Schüler in Hartha arbeiten interaktiv mit iPads und suchen Informationen über sich, ihre Eltern, Geschwister und Lehrer.

5. Klässler & WhatsApp: Es macht Klick bei den Kindern

Das Eis war gebrochen. Was für ein toller Moment als die Schülerinnen und Schüler nach einigem hin und her, über Probleme in ihrem Whatsapp-Klassenchat angeregt diskutierten und ich merkte „Sie denken nach! Sie reflektieren!“. Über fiktive Tagebucheinträge eines Mädchens, dass sich darüber beschwert zu viele Nachrichten am Tag zu bekommen und gezielte Fragen, näherte ich mich dem Kern des Problems. Das war das schönste Gefühl im Workshop – Schüler, die selbst über ihren Umgang mit Whatsapp im Klassenchat reflektierten. Sie äußerten Wünsche und erarbeiteten Regeln für die zukünftige Nutzung in der Klasse z.B. das Smartphone ab 20 Uhr auszuschalten oder nicht ungefragt Videos von Klassenkameraden zu veröffentlichen.

Social Web macht Schule Eisbrecher Whatsapp

100 und mehr WhatsApp Nachrichten in Klasse 5 via WhatsApp – darüber muss diskutiert werden!

Warum mich das so begeistert hat? Im Vorfeld hatten wir uns mit der Schulleiterin über bestehende Probleme in der Klasse unterhalten und wussten, dass es Schwierigkeiten mit Whatsapp gab. Daher bereitete ich einen Unterrichtsentwurf vor und setzte mir das Ziel die Klasse dazu zu bewegen sich mit ihrer eigenen Nutzung auseinanderzusetzen. Dieser Plan ging super auf.

Meine Motivation ist ungebrochen

Am Ende unseres Workshops das direkte Feedback zu bekommen: „Können sie nicht noch länger bleiben?“ hat mich beflügelt weiteren Schülern Möglichkeiten, aber auch Gefahren im Social Web aufzuzeigen.

Social Web macht Schule Cybermobbing

Mit Stift und Papier erarbeiten Schüler Rollen im Cybermobbing.

Ich freue mich sehr über euer Feedback, Austausch und Ideen für unser Projekt.

Was die Presse über unseren Schuleinsatz berichtet hat, könnt ihr hier nachlesen:

      Freie Presse Mittelsachsen

Gegen Mobbing im Internet

      SZ Döbeln

Gegen Mobbing im Internet

Autor: Marcel Burghardt

21. März 2017 | Willkommen im Team!

Wir haben Zuwachs bekommen! Fragen wir doch mal nach: „Liebe Kristin und lieber Marcel – was hat euch denn zu Social Web macht Schule verschlagen?“

Kristin Richter

„Ich bin ein Digital Native. Das Internet ist für mich selbstverständlich und Alltag. Ich kommuniziere, teile, lerne, poste, like, downloade, frage, spiele, lese, schaue, bewerte, kaufte, vergleiche, höre via Internet und verschiedener Social Media Kanäle. Alles funktioniert für mich instinktiv und mit einer zuverlässigen Sicherheit.

Daten sind die Währung des Internets. Dadurch ist es wichtig sich bewusst zu werden, was es bedeutet, Daten von sich im Internet anzugeben. Dieses Bewusstsein ist aber nicht selbstverständlich.

Es gibt zu viele Möglichkeiten sich in den Datenfluten zu verlieren und Fehler zu begehen. Im Gegensatz zu Digital Natives lernen Kinder heute nicht mehr „mit dem Internet mit“ wie ich damals, sondern werden sofort vor die riesigen Möglichkeiten gestellt. Es ist fast unausweichlich, dass dabei Probleme entstehen. Es ist nicht leicht, alles im Blick zu haben, was im Internet möglich ist, dafür ist es zu viel und wächst zu rasant.

Aber ein sicherer Umgang mit dem Internet ist erlernbar. Es ist ein Ort, an dem für jeden etwas dabei ist und jeden willkommen heißt, wenn man nur weiß wo man wie nach was suchen muss. Mit dem Projekt „Social Web macht Schule“ möchte ich das Bewusstsein der Schüler, Eltern und Lehrer stärken, was das Internet alles kann und mit was wir dafür geradestehen.“

023 Kristin Richter

Marcel Burghardt

„Das Social Web – unendliche Weiten. Viel Raum um sich zu verirren, um unbedarft Gefahren zu begegnen, die man (noch) nicht einschätzen kann, aber auch eine Fundgrube an Möglichkeiten.

Ich bin mit dem Internet aufgewachsen, zunächst am heimischen PC, später dann mobil mit dem Smartphone. So Google ich nach interessanten Restaurants, kaufe Sneaker bei Amazon, chatte mit Freunden bei Facebook und schaue Nachrichten mittlerweile nur noch bei YouTube – kurz ich bin täglich im Netz unterwegs.

Nicht erst seit gestern wird in dem Zusammenhang auch über Themen wie Cybermobbing, Datenschutz und Shitstorms diskutiert. Was macht Facebook eigentlich mit meinen Daten? Warum macht jeder Selfies und wo landen diese Bilder eigentlich?

Ich engagiere mich bei Social Web macht Schule, weil es mir ist es wichtig den Blick zu schärfen und ebenso den Raum für perspektivisches Denken zu öffnen. Es reicht nicht das Social Web zu verteufeln, wegzusehen und Smartphones an unseren Schulen zu verbieten. Stattdessen sollten wir die Kids zu einem verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien schulen. Potentiale hervorheben und nutzen, aber ebenso Gefahren bewusstmachen.“

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Wir heißen unsere beiden Trainer herzlich willkommen und freuen uns auf hitzige Diskussionen, spannende neue Ideen und Blickwinkel und vor allem ein super Miteinander!

Autor: Kristin Stritzke

6. März 2017 | Social Web macht Schule freut sich auf die Schulkinowochen

Mit einem interessanten Film über Cybermobbing ist das Social Web Macht Schule Team zusammengekommen. Nach den ersten erfolgreichen Schulworkshops und Elternabenden starten wir 2017 motiviert durch.

LENALOVE – ein Film über die Begegnung von Jungendlichen mit Cybermobbing

 

LENALOVE zeigt anhand der Geschichten einzelner Jugendlichen einer kleinen Vorortsiedlung wie leicht die Grenze zwischen virtueller und realer Gewalt verschwimmt. Der Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung in sozialen Netzwerken und das Spiel mit Identitäten gerät dabei schnell außer Kontrolle. Im Film werden Themen wie Cybermobbing im Zusammenspiel mit der Einsamkeit und Ausgrenzung einer Schülerin und schwierigen Familienverhältnissen in einem authentischen Kontext vermittelt.

Der Film wird auch in den Schulkinowochen gezeigt und läuft am 24.03.2017 im Rundkino Dresden und am 30.03.2017 in Riesa. Darüber hinaus begleiten wir den Film mit einer Diskussion im Anschluss.
Zusätzlich haben wir über neue Methoden gesprochen und wie wir den Film in unsere Unterrichtseinheiten integrieren können. Wer nähere Informationen dazu sucht, wird hier fündig.

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Gespannt verfolgen die SWmS Trainer die turbulente Geschichte um Lena.

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Kein Film schauen ohne Popcorn!

Also kommt vorbei und diskutiert mit uns zu den Schulkinowochen! Wir freuen uns auf einen spannenden Film und muntere Diskussionen!

Autor: Marcel Burghardt

5. Dezember 2016 | Social Web macht Schule feiert den 5. Geburtstag

5 Jahre ist es her, dass die queo GmbH das Projekt Social Web macht Schule ins Leben gerufen hat. 5 Jahre, in denen das Projekt stetig ausgebaut wurde. 5 Jahre voller Erfolge und Niederlagen. 5 Jahre, an deren Anfang besorgte queospark Eltern standen, die einen gesellschaftlichen Beitrag zu mehr Aufklärung im Bereich soziale Netzwerke leisten wollten. 5 Jahre und 35 Schulen später ist der Ruf nach Aufklärung in Schulen weiterhin ungebrochen. 5 Jahre ist es her, dass queo Mitarbeiter am Marie Curie Gymnasium in Dresden den ersten Workshop hielten. 5 Jahre voller gefüllter Klassenzimmer mit Eltern, Lehrern und natürlich Schülern, die lieber das oder jenes besprechen wollen und Smartphones sowieso als schlimmes Übel betrachten. 5 Jahre und 10 Trainer hat es gebraucht, um ein individualisierbares, klassen- und niveauabhängiges, modularaufgebautes Workshopkonzept auf die Beine zu stellen.

5 Jahre sind eine lange Zeit. Sie schaffen eine Vergangenheit, auf die man zurückblicken kann. Aus der man lernen kann. 5 Jahre voller Erfahrungen. 5 Jahre auf die wir stolz sein können!

Und während wir die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen auspusten wünschen wir uns ganz fest, dass Medienbildung und -prävention irgendwann einen festen Platz im Sächsischen Lehrplan hat!

Auf die nächsten 5 Jahre voller Erfolge und (wir kommen sicherlich nicht drumherum) Niederlagen!

Mehr lesen? Siehe hier: Sputnika-Artikel Mission Medienkompetenz.

 

 

Autor: Kristin Stritzke

25. Juli 2016 | Das Jahr ist zu Ende! Das Jahr beginnt …

Im Team bei Social Web macht Schule ticken die Uhren etwas anders. Wir feiern dieses Jahr am 08.08.2016 Silvester, denn wir rechnen in Schuljahren. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres starten wir auch neu durch. Dieses Jahr beginnen wir in Kreischa mit einem Lehrerworkshop.

Die Sommerferien sind unsere Zeit des Rückblicks, der Evaluation und der Weiterentwicklung und so lässt sich über das letzte „Jahr“ doch so einiges Spannendes erzählen.

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Es gab einen Projektleiterinnenwechsel und eine neue Mitarbeiterin, die mit ihrem KnowHow Social Web macht Schule unterstützt haben. Aber auch aus dem Design sowie aus dem Consultant Team kam Unterstützung für ein paar Neuerungen, die wir gern noch einmal herausstellen wollen.

Wir hatten für Social Web macht Schule ein Peer-Trainer-Projekt geplant, welches wir über Crowdfunding finanzieren wollten. Leider ist Crowdfunding für Medienbildung in Zeiten der Asylthematik nicht sehr einschlägig und so waren wir hier nicht sehr erfolgreich. Am Ende der Crowdfunding-Kampagne hatten wir aber einen ganz tollen Imagefilm, einen Mobbing-Mops und einen neu designten Handlungspfeil gegen Cybermobbing.

 

handlungspfeil-mops

 

Aus dem letzten Schuljahr hatte sich ergeben, dass die Problemfelder der Kinder- und Jugendlichen immer vielfältiger wurden. Auch das Alter der Schülerinnen und Schüler wurde immer jünger. So bekamen wir Anfragen aus den Klassenstufen 3 und 4 zum Thema Cybermobbing. Es musste also auch eine Flexibilisierung unserer Workshops erarbeitet werden. Nach ausführlichem Tüfteln, Entwickeln und Planen gibt es jetzt für Social Web macht Schule einen Modulplan, welchen wir den Schulen gern mit an die Hand geben.

 

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Zur Evaluation der eigenen Arbeit und der Ergebnisse aus den Workshops, verteilen wir immer Fragebögen. Diese Fragebögen sind ausgewertet und zeigen, wie Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen die Workshops und Elternabende wahrnehmen.

Insgesamt waren wir im letzten Jahr an 29 Einsatzorten in ganz Sachsen anzutreffen. Wir haben 48 Workshop für Schülerinnen und Schüler, 15 Elternabende und 13 Lehrerworkshops abgehalten und somit direkt ca. 2300 Personen erreicht.

Eine gute Bilanz mit einem positiven Blick für das kommende Schuljahr, denn hier haben wir auch schon 17 Schulen, mit denen wir Absprachen getroffen haben bzw. gerade treffen. So kann es weiter gehen … 😀

 

 

Autor: Peg Koedel

13. April 2016 | Wie sich der Unterricht in Zukunft ändern wird…

Schüler/-innen die mit der modernen Technologie aufwachsen werden als „Digital Natives“ bezeichnet. Für sie gehören Smartphones und Tablets zum festen Bestandteil ihres Lebens. Lehrpläne und die Ausstattung von vielen Schulen hingegen scheinen die positiven Aspekte von Medien oftmals zu unterschätzen.

Laptops oder Tablets können, wenn sie im Unterricht einbezogen werden, das Lernerlebnis von Schüler/-innen indirekt positiv beeinflussen. Zum einen werden die Jugendlichen aktiver im Unterricht involviert. Teamarbeit wird stärker gefördert und die Motivation somit aufrechterhalten.
Jede/-r Schüler/-in lernt auf seine eigene Art und Weise am effektivsten. Durch die Nutzung von neuen Technologien im Unterricht besteht die Möglichkeit, dass sie unabhängig lernen. Schwächen können individueller behoben und Stärken schneller gefördert werden. Weiterhin können Laptops und Tablets zu einem persönlicherem Lernerlebnis führen und sollten aus diesem Grund im Unterricht aktiv verwendet werden. Lehrer verfügen auch währenddessen die Kontrolle über die Situation. Über das Hauptdisplay können die Tablets abgerufen werden. Lehrer/-innen können die Tablets zu ihrem Vorteil verwenden, indem zum Beispiel der Stoff der letzten Stunde über ein Abfragesystem erfragt werden kann. Diese Methode ist präziser als die Abstimmung über Handzeichen.

Ein umsetzbares Modell wäre der ‚Flipped Classroom‘ (dt.: umgedrehter Unterricht). Hierbei schauen sich Schüler eine vom Lehrer aufgenommen Stunde an oder bekommen mediengebundene Arbeitsaufträge, die außerhalb der Schule erledigt werden. Die Ergebnisse werden anschließend im Unterricht mit dem/der Lehrer/-in ausgewertet und besprochen. Die Lehrer/-innen entwickeln sich weiter zum Tutor und Vermittler. Das erleichtert eine persönlichere Bindung zu den Schülern herzustellen.

Die Umsetzung der neuen Technologien im Unterricht braucht seine Zeit und wird schrittweise eingeführt. Das Whiteboard wird seit längerem in einigen Schulen angewendet. Dieses ermöglicht das Schüler/-innen interaktiv im Unterricht teilnehmen können und zeigt die Bewegung in zukünftige Entwicklungen an.

Sony konnte bereits mit Hilfe von interaktiven Projektoren die Zusammenarbeit zwischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen in der Avgoulea-Linardatou-Schule in Athen verbessern. Die Pädagogen berichteten, dass sowohl die Zusammenarbeit als auch die Konzentration der Schüler sich verbessert hat.

Trotz der vielen Vorteile der neuen Medien können bei unbedachter Nutzung negative Folgen entstehen. Social Web macht Schule engagiert sich für einen bewussten, selbstverantwortlichen und fairen Umgang mit modernen sozialen Medien. Diese Auseinandersetzung ist unverzichtbar, denn unüberlegte Nutzung kann zu langwierigen Auswirkungen führen. Mögliche Folgen erstrecken sich von Cybermobbing, Internetsucht und Sexting bis zu Missbrauch von Privatsphäre. Social Web macht Schule stellt in Weiterbildungsangeboten für Lehrer/-innen die meist genutzen Sozialen Netzwerke mit ihren Potenzialen und Risiken vor. Außerdem wird näher erläutert wie Cybermobbing vorgebeugt werden kann und Reaktionsmöglichkeiten aufgezeigt. Zukünftige Entwicklungen im technologischen Bereich können nur mit kompetenter Nutzung realisiert werden. Aus diesem Grund ist eine Aufklärung durch Social Web macht Schule besonders wichtig.

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Autor: Sylvia Stegmann

6. April 2016 | Qualitätskriterien für gelingende Gesundheitsförderung an sächsischen Schulen

Qualitätskriterien für gelingende Gesundheitsförderung an sächsischen Schulen

Mobbing kann krank machen und sich zu schweren Krankheiten entwickeln. Social Web macht Schule hat in Sachsen bereits etliche Schüler/-innen, Lehrer/-innen und Eltern darüber aufgeklärt und Handlungsempfehlungen für einen Mobbing-Vorfall ausgesprochen.
Um Präventionsarbeit an sächsischen Schulen durchführen zu können, hat der Landesarbeitsstelle Schule-Jugendhilfe Sachsen e.V Qualitätskriterien für solche Projekte aufgestellt. Diese müssen erfüllt werden, um Gesundheitsfördernde Angebote in Schulen durchführen zu können.
Die zehn Qualitätskriterien der LSJ sind hier nachlesbar.
In den einzelnen Abschnitten wird nachgegangen, inwieweit Social Web macht Schule diese Kriterien erfüllt.

1.Kompetenzansatz
Der von Social Web macht Schule durchgeführte ein- bis zweitägige Schülerworkshop konzentriert sich gleichermaßen auf Sach-, Personal und Sozialkompetenzen. Zum einen bekommen die Schüler/-innen einen Einblick zu Informations- und Recherchemöglichkeiten zum Thema Datenschutz, Cybermobbing oder Reichweiten der Sozialen Medien. Zum anderen stehen den Schülern und Schülerinnen eine Vielzahl von Themen und Methoden zur Verfügung. Der Workshop besteht aus zahlreichen Gruppenarbeiten, die der Stärkung von sozialen Kompetenzen dienen.
Aufgabenstellung und Themenbereiche werden der jeweiligen Altersstufe angepasst, um eine Über- oder Unterforderung zu vermeiden.

2. Handlungsorientierung
Bereits vor einem Workshop setzen sich die Schüler/-innen mit ihrem Umfeld auseinander. Im Vorfeld führen die Schüler/-innen ein Nutzungstagebuch über ihr Auftreten im Internet. Medien sind ein großer Bestandteil im Leben der Jugendlichen. An diesen Fakt wird im Workshop angeknüpft. Je nach gewähltem Modul wird das eigene Smartphone mit in den Workshop einbezogen. Chancen und Risiken werden aufgezeigt und den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht. In Talkshows oder Rollenspielen wird das Einfühlungsvermögen der Schüler/-innen gestärkt.

3. Subjektorientierung
Die Schüler/-innen setzen sich mit ihrem eigenen Internetverhalten auseinander. Dieses wird mithilfe der Workshops reflektiert. Social Web macht Schule geht aktiv gegen Cybermobbing vor und bietet Aufklärung über Internetsucht und das eigene Internetauftreten. Nach dem Workshop steht den Schülerinnen und Schülern ein Ansprechpartner zur Verfügung. Dieser kann bei einem Mobbing-Vorfall über den „WhatsApp-Kummerkasten“ kontaktiert werden.

4. Umgang mit Heterogenität
Social Web macht Schule erhält schon im Vorhinein Informationen über das Nutzungsverhalten der Schüler/-innen. Die tägliche Internet-Nutzungsdauer der Schüler/-innen wird erfasst. Falls es im Vorfeld Vorfälle in Bezug zum Thema Cyber-Mobbing (oder Mobbing) gab, wird dies ebenfalls angegeben. Mit diesen Informationen kann der Workshop der jeweiligen Klasse angepasst werden.
Alle Schüler und Schülerinnen nehmen gleichberechtigt an dem Workshop teil.

5. Ganzheitliche Persönlichkeitsbildung
Die Schüler/-innen werden angeregt sich ebenfalls außerschulisch mit den Themen auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund werden auch Elternabende und Lehrerfortbildungen durchgeführt, um auch das Umfeld der Schüler/-innen entsprechend zu schulen. Den Schülern und Schülerinnen werden durch die ausgewählten Methoden ihre individuellen Fähigkeiten und Potentiale bewusst. Schwächen werden aufgezeigt und innerhalb des Workshops daran gearbeitet.

6. Lebensweltbezug
Internetnutzung und Smartphones sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Sie umgeben uns in vielen Lebenslagen. Soziale Medien sind ein Teil der Lebenswelt von Schülern und Schülerinnen. Der richtige Umgang wird oftmals weder in Schulen noch im Elternhaus beigebracht. Dabei ist eine Aufklärung über negative als auch positive Seiten unabdinglich. Social Web macht Schule stellt innerhalb der Workshops realistische Bezüge her und knüpft an das Vorwissen der Schüler/-innen an.

7.Zusammenarbeit aller Akteure
Neben Schülerworkshops werden ebenfalls Elternabende und Lehrerfortbildungen von geschulten Trainern durchgeführt. Diese dienen dazu Eltern und Lehrer/-innen ebenfalls über Soziale Medien aufzuklären. Ihnen wird eine Handlungsempfehlung im Mobbingfall ausgesprochen. Lehrern wird zusätzliches Material ausgeteilt, um im Unterricht die vorgestellten Themen einzubauen.

8. Prozessorientierung/Einbettung in das Schulprogramm (Konzeption zur Gesundheitsförderung)
Die Schülerworkshops leisten präventive Medienbildung, die in den Lehrplänen noch nicht vorgesehen sind. Viele Lehrer/-innen sind sich zu unsicher, um an das Wissen der Schüler/-innen anknüpfen zu können. Social Web macht Schule bietet Angebote zur Gesundheitsförderung mit einer klaren Zielführung.

9. Transparenz und Partizipation
Vor Beginn des Projektes stimmen die Schüler/-innen ab, welche Themen sie in den Schülerworkshops behandeln wollen. Somit bekommen sie bereits im Vorfeld einen Überblick über die Ziele und den Ablauf des Workshops.

10. Nachhaltigkeit (bezogen auf Schule)
Die Schülerworkshops ergänzen sinnvoll die Lehrplaninhalte. Lehrer/-innen werden durch Lehrerfortbildungen geschult und über Soziale Medien aufgeklärt.
Social Web macht Schule konnte sich bereits als dauerhaftes Angebot bei mehreren Schulen integrieren. Mit dem „WhatsApp-Kummerkasten“ steht den Schülern nach dem Workshop bei einem Mobbing-Vorfall ein Ansprechpartner zu Verfügung.

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Autor: Sylvia Stegmann

30. März 2016 | Unterstützung von Präventionsarbeit über Krankenkassen

Social Web macht Schule trägt aktiv zu Gewaltprävention in Sachsen bei. Gewalt, die nicht immer körperlich stattfinden muss, sondern mit einem Klick online viel Schaden anrichten kann. Der richtige Umgang wird Jugendlichen nie gelehrt. Aufklärungs- und Präventionsarbeit bleiben daher eine wichtige Aufgabe. Diese sollten Krankenkassen in jedem Fall finanziell unterstützen.

Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention
Im Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (PrävG) wird schnell bewusst, weshalb auch Krankenkassen präventive Medienbildung finanziell fördern sollten. Bereits im §1 Solidarität und Eigenverantwortung wird festgehalten:

„Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Das umfasst auch die Förderung der gesundheitlichen Eigenkompetenz und Eigenverantwortung der Versicherten. Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewußte Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden. Die Krankenkassen haben den Versicherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.“

Social Web macht Schule fördert Eigenkompetenz und Eigenverantwortung der Schüler/-innen im Umgang mit sozialen Medien und allgemein dem Internet. Daher erfolgt hier eine frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen über Aufklärung von Internetsucht, Folgen von Cybermobbing, Cybergrooming und Datenschutz. Ein gesunder Umgang mit den neuen Medien wird geschult und fördert bessere Verhältnisse im Klassenverband.
Smartphones und Internetnutzung allgemein ist fester Bestandteil von Jugendlichen und wird alltäglich genutzt. Der Paragraph §20a Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten beschreibt Lebenswelten wie folgt:

 „Lebenswelten […] sind für die Gesundheit bedeutsame, abgrenzbare soziale Systeme insbesondere des Wohnens, des Lernens, des Studierens, der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der Freizeitgestaltung einschließlich des Sports.“

Durch die Benutzung in der Freizeit, als auch zur Erfüllung von schulischen Arbeitsaufgaben zählt die allgemeine Internetnutzung zur Lebenswelt von Kinder und Jugendlichen. Durch eine unreflektierte Nutzung können gesundheitsschädliche Folgen entstehen. Daher ist eine Prävention unabdinglich.
Weiterhin besagt der §20a Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten:

„Die Krankenkassen fördern unbeschadet der Aufgaben anderer […] mit Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten insbesondere den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen. Hierzu erheben sie unter Beteiligung der Versicherten und der für die Lebenswelt Verantwortlichen die gesundheitliche Situation einschließlich ihrer Risiken und Potenziale und entwickeln Vorschläge zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation sowie zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen und Fähigkeiten und unterstützen deren Umsetzung.  Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben nach Satz 2 sollen die Krankenkassen zusammenarbeiten und kassenübergreifende Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten erbringen.“

 Die Umsetzung in Thüringen ist bereits gelungen

Die Technische Krankenkasse Thüringen zeigt, dass die Finanzierung von Gewaltpräventionen möglich ist. Thomas Holm, der Leiter des Gesundheitsmanagement der TK Thüringen, beschreibt in einem Interview mit der TK Spezial Thüringen die Idee von „Gesunde Schule“. Dabei werden Schulen finanziell unterstützt, wenn es um Thema Ernährung, Bewegung oder um Gewaltprävention geht. Damit konnten seit 2003 allein in Thüringen 55 Einrichtungen mit 500.900 Euro unterstützt werden. Gewaltprävention schließt psychische Gewalt nicht aus. Im Gegenteil, denn im Internet lässt sich durch die Anonymität und Distanz Gewalt leichter anwenden. Die TK Thüringen unterstützt die Initiative „Mobbing-freie Schule“. Diese ist ein Programm, das Lehrer, Schulpsychologen, Schüler/-innen und Eltern hilft Mobbing vorzubeugen, zu erkennen und entgegenzuwirken.

 

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Autor: Sylvia Stegmann