17. Februar 2015 | YouNow – das offene Kinderzimmer

Ein neuer Internetdienst zieht immer mehr Jugendliche an. Gleichzeitig schrecken Datenschützer auf und beschwichtigende Stimmen geben Entwarnung. Die Rede ist von der Streaming-Plattform YouNow.

Privat Kunst Stück

Privat Kunst Stück von Thomas Kohler (CC BY-SA 2.0)

Was ist YouNow?

Mit YouNow können die Nutzer Livestreams von sich veröffentlichen. Andere Nutzer können die Streams live kommentieren und Fragen stellen. Ursprünglich wurde YouNow hauptsächlich von YouTube-Stars genutzt, um mit ihren Fans zu kommunizieren. In den letzten Wochen ist diese Plattform bei Jugendlichen, vor allem bei den Jüngsten, beliebt geworden. Laut Spiegel-Online ist die Zahl der Nutzer in den letzten zwei Monaten um 250 Prozent gestiegen.

Das Mindestalter ist laut AGBs 13 Jahre. Doch wer sich auf der Plattform umschaut, wird auch auf deutlich jüngere Heranwachsende treffen. Dieses Problem ist auch jüngst YouNow selber aufgefallen. Auf ihren Blog äußert sich die Plattform dazu: „Nutzern unter 13 Jahren ist der Zugang zu unserem Portal nicht erlaubt und diese würden ebenfalls mit sofortiger Wirkung verbannt werden.“

Ein Rundgang auf YouNow

Als Trainerin von Social Web macht Schule habe ich die Plattform genauer unter die Lupe genommen und mir an einem Abend einige Kanäle auf YouNow angesehen. Ohne Anmeldung gelange ich sofort zu den Streams. Ich entscheide mich dazu mich in den deutschsprachigen Kanälen umzusehen.

Mir gegenüber sitzt ein etwa 17-jähriges Mädchen. Sie ruft wahllos andere User an, die ihr vorher ihre Handynummern geschickt haben. Die erste Angerufene ist 12 Jahre jung und verrät während des Gespräches ihren Namen, ihren Wohnort und ihr Geburtsdatum und lädt gleich das fremde Mädchen aus dem Kanal zu ihrer Geburtstagsfeier ein. Es folgen weitere Anrufe.

Ich entscheide den Kanal zu wechseln.

Mir gegenüber sitzen zwei Jungs im geschätzten Alter von 14 Jahren und spielen ein Computerspiel. Das ist mir zu langweilig.

Ich klicke mich durch ein paar Kanäle. Ich erblicke einen Jungen, der mit einer rauchenden Zigarette im Bett liegt. Wieder klicke ich weiter.

Mich schauen vier Mädchen an – oder auch nicht. Alle vier starren in gebückter Haltung auf ihre Smartphones. Sie wischen und tippen darauf. Das eine Mädchen wählt plötzlich eine Nummer. Das gleiche Spiel wie im ersten Kanal folgt. Diesmal wählt sie wahllos fremde Nummern und ruft die Leute an. Ich möchte die Gespräche nicht mithören und wähle mich in den nächsten Kanal.

Ich schaue in ein Wohnzimmer. Alles ist sauber aufgeräumt, im Hintergrund springt eine Katze herum und es läuft Musik. Nach einer Minute setzt sich ein Mädchen vor die Kamera. Sie ist deutlich unter 13 Jahre. Sie stellt vor sich einen großen Teller Spagetti und fängt vor der Kamera an zu essen. Ich bekomme Hunger und entscheide mich dazu, die Seite zu verlassen.

Mein Fazit

Während meines YouNow-Rundgangs konnte ich in viele Kinderzimmer und elterliche Wohnzimmer schauen. YouNow ermöglicht einen Einblick in die Welt der Teenager, ihre ganz eigene, private Sphäre. Ist das nun gut oder schlecht?

Immer wenn ich mich frage, ob eine Technologie tendenziell Probleme hinsichtlich Datenschutz oder Privatsphäre verursachen könnte, übertrage ich das Virtuelle auf das Reale. Hier stellt sich also die Frage, ob ich einen maskierten Fremden von der Straße einfach mit in mein Wohnzimmer nehmen, seine Fragen beantworten und ihm Zugang zu meinen Bildern oder privaten Informationen geben würde. Und eben hier liegt das Problem: Younow ist eine der Technologien, die uns durch die Virtualität eine gewissen Privatheit und Anonymität vorspielt. Wir fühlen uns sicher und allein vor unserem Rechner. Als mündiger Internetnutzer entscheiden wir tatsächlich auch selbst, wo unsere Privatsphäre anfängt und welche Inhalte wir teilen möchten. Hier liegt der Knackpunkt: Der mündige, selbstbestimmte und reflektierte Internetnutzer.

Ich habe keinen bei younow gesehen, sondern nur Jugendliche, die für ein paar mehr Likes und ein bisschen mehr Aufmerksamkeit noch die letzten Hüllen haben fallen lassen.

Ob nun gut oder schlecht steht außer Frage. Es hat Vorteile, aber es hat eben auch gravierende Nachteile. Aus der Perspektive einer Mutter oder eines Vaters, der sich mit diesen Themen auseinandersetzt, wäre wohl von einer kindlichen Younow Nutzung abzuraten. Aus der Perspektive des Lehrers, der während des Unterrichtens ohne sein Wissen gefilmt wird, auch.

Und weiter?

Es bleibt noch das (traurige) Fazit von Praschl (2015): „Wenn sie nicht so ängstlich und herablassend wären, fiele Erwachsenen möglicherweise das Großartige an YouNow auf: Wann hat es das schon gegeben, dass Teenager stundenlang erzählen können, wie ihr Leben so ist, ohne dass ihnen jemand ins Wort fällt, sie auf später vertröstet, korrigiert, mit Ratschlägen zuspamt? Schade eigentlich, dass es das nur für junge Leute gibt. Schließlich könnten auch Erwachsene es gut gebrauchen, sich leer reden zu dürfen.“

Unabhängig davon, dass den Teenies auch bei Younow ins „Wort“ gefallen wird und keine wirklichen Unterhaltungen entstehen, stellt Praschl eine interessante Forderung: Hört den Jugendlichen einfach mal wieder zu – ohne Angst, ohne Vorurteile, ohne einen Ratschlag parat zu haben. Mal so richtig real und analog. Unterhalten kann man sich mit Jugendlichen nämlich tatsächlich auch solange man ihnen wirklich und echt Aufmerksamkeit schenkt, aktiv zuhört und sie nicht einfach alleine Spagetti essen lässt.

Quellen:

Welt.de

Spiegel-online.de

Juuuport.de

Der letzte Aufruf erfolgte jeweils am 16.02.2015.

Autor: Antonia Frenzel

10. Februar 2015 | Social Web macht Schule goes Facebook&WhatsApp

Es ist soweit: der Safer Internet Day hat begonnen und auch “Social Web macht Schule” nutzt diesen Tag, um das Internet ein kleines Stück besser zu machen!

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Ab heute gibt es Neuigkeiten aus unserem Projektalltag und Informationen zu einem sicheren Umgang mit der digitalen Welt auch auf Facebook. Das hat den großen Vorteil, dass endlich diskutiert, kommentiert und “gelike´t” werden kann! Also los gehts: Besucht unseren Internetauftritt und teilt ihn mit Freunden, Bekannten und all denen die sich für eine bewusste Mediennutzung einsetzen, einsetzen wollen oder einsetzen sollten. Denn dafür ist diese Plattform letztendlich da: Vernetzung und Diskussion. Wir sind gespannt auf eure Meinungen!

Es gibt einige Probleme und Herausforderungen, die man ungern mit der ganzen (Facebook-)Welt teilt. Aus diesem Grund steht “Social Web macht Schule” nun auch per WhatsApp mit Rat und Tat zur Seite. Während unserer Arbeit an Schulen mussten wir leider feststellen, dass Cybermobbing kein isoliertes und auch kein vereinzelt auftretendes Phänomen ist. Cybermobbing bahnt sich seinen Weg in die sächsischen Klassenzimmer und hat ernstzunehmende Konsequenzen für die Betroffenen. Über WhatsApp stehen wir nun allen zur Verfügung, die Opfer von Cybermobbing sind oder Opfern von Cybermobbing helfen wollen. Schnell und unkompliziert können wir auf diese Weise Tipps und Tricks im Umgang mit Cybermobbing geben – von Hinweisen zum richtigen Dokumentieren der Vorfälle per Screenshot bis hin zu weiteren Handlungsempfehlungen, um den Cybermobbing-Kreislauf zu durchbrechen. Und der erste Schritt Cybermobbing die Stirn zu bieten ist: Tief durchatmen und Hilfe suchen – Bleib nicht still bei Cybermobbing!

Und weil aller guten Dinge drei sind, ist vielleicht auch schon dem ein oder anderen aufgefallen, dass die Webseite von “Social Web macht Schule” im neuen Look daherkommt. Wie gefällt es euch?

3. Februar 2015 | Selbst aktiv werden – beim Wettbewerb „My Digital World“

Für alle Lehrer, die ihre SchülerInnen unterstützen wollen; für alle SchülerInnen, die sich kreativ und sozial engagieren wollen; für alle Eltern, die ihre Kinder fördern wollen: Der Wettbewerb „My Digital World“ bietet eine gute Gelegenheit, selbst aktiv zu werden, Cybermobbing, Datenmissbrauch & Co. den Kampf anzusagen, und nebenbei auch noch attraktive Preise zu gewinnen.

Ob Theaterstück, ein IT-Nachhilfe-Kurs, ein Blog oder die eigene App zum Thema Datenschutz – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Eingereicht werden können die Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien und mit etwas Glück wird das Projekt von der Jury zu den Finalisten gewählt und auf www.mydigitalworld.org präsentiert. Außerdem bestimmen die User auf Facebook mit, welche Beiträge in die Vorauswahl des Jurypreises kommen. Die Preisträger werden dann im Juni 2015 zur Prämierung eingeladen, wo sie ihr Projekt präsentieren können und von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maiziére geehrt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Projekt weiterzuentwicken und tolle Preise zu gewinnen.


Aufruf-Clip zum Jugendwettbewerb “My Digital World” von My digital world – Bundesjugendwettbewerb

Wer kann teilnehmen?

EinzelbewerberInnen oder Gruppen im Alter von 13 bis 21 Jahren.

Wie kann man teilnehmen?

Einreichung eines kurzen Video-Beitrags über Ideen, Beispiele und Projekte zum Thema Sicherheit im Internet. Die Beiträge können bis zum 31.03.2015 in einer von drei Kategorien eingereicht werden.

Weitere Informationen auf: https://www.mydigitalworld.org/wettbewerb

My Digital World ist ein Wettbewerb von Deutschland sicher im Netz e.V., ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Sicherheitsbewusstsein und das Verhalten von Internetnutzern durch konkrete Hilfestellungen zu verbessern. Der Wettbewerb ist auf Initiative des IT-Gipfels der Bundesregierung entstanden und wird gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern ausgerichtet.

Autor: Marlene Jakob

29. Januar 2015 | Neue Datenschutz-Bestimmungen bei Facebook

Angekündigt wurden die neuen Datenschutz-Regelungen bei Facebook bereits im November, ihr Inkrafttreten wurde jedoch aufgrund von kritischen Stimmen unter Datenschützern und genaueren Prüfungen um fast einen Monat verschoben. Morgen jedoch, am 30.01.2015, treten die neuen Bestimmungen in Kraft und Social Web macht Schule fast zusammen, worauf sich Facebook-Nutzer dann einlassen:

Neuer Bereich “Grundlagen zum Datenschutz”

Der neu geschaffene Bereich soll laut Facebook, die Nutzer besser darüber informieren, wie die Plattform funktioniert und welche Einstellungen sie treffen können. Er umfasst interaktive Anleitungen zur Beantwortung der am häufigsten gestellten Fragen darüber, wie Nutzer ihre Informationen auf Facebook kontrollieren können, um „Verantwortung für (ihr) Erlebnis auf Facebook zu übernehmen“, schreibt Facebook. Die eigentlichen Datenverwendungsrichtlinien wurden insgesamt aber eher verschlankt, urteilen Heise, SZ-Online und FAZ. Dies wird an den folgenden Punkten ersichtlich:

Auswertung des Surfverhaltens

Mit den neuen Datenschutz-Regenlungen wird das Surfverhalten der Nutzer noch stärker ausgewertet. Facebook verfolgt damit das Ziel, Werbeanzeigen zu personalisieren, auf den jeweiligen Nutzer zuzuschneiden und somit attraktiver für Vermarkter zu erscheinen.

Dass Facebook jede Menge über seine Nutzer weiß, ist nicht neu – allein die Profildaten und die Aktivitäten innerhalb der Plattform verraten viel über die Interessen der Nutzer. Künftig werden jedoch darüber hinaus Informationen über Internetseiten und Apps ausgewertet, die Nutzer außerhalb von Facebook benutzen oder besuchen. Ziel ist es letztendlich, die gesamte Internetbiografie des Nutzers zu erfassen. Ruft ein Nutzer beispielsweise häufig Internetseiten rund um die Thematik „Sport“ auf, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser auf Facebook vermehrt auf Anzeigen von Sportartikelherstellern stoßen wird.

Die Neuerungen ermöglichen auch ortsbasierte Werbeanzeigen, z.B. von Läden oder Restaurants in der Nähe – sofern der Nutzer Facebook seinen Aufenthaltsort durch Standortdaten mitteilt. Das kann durch das Posten von Aufenthaltsorten geschehen oder auch durch die Ortungsfunktion des Mobiltelefons, wenn diese aktiviert ist.

DER TAGESSPIEGEL resümiert dazu folgendermaßen: „Man kann ihn sich als sehr aufmerksamen Zeitgenossen vorstellen, den Beobachter, der Facebook-Nutzern ab Freitag durchs Internet folgt. Er notiert, was im virtuellen Einkaufskorb landet, welche Begriffe bei Google gesucht werden oder welche Websites besonders viel Aufmerksamkeit bekommen. Der Beobachter merkt sogar, wo man sich gerade aufhält. Abschütteln lässt er sich nicht.“

Ganz anders argumentiert Facebook: In einem neu geschaffenen Bereich soll der Nutzer mehr „Kontrolle“ über die Werbung bekommen, die angezeigt wird. Anzeigen können dort nach Relevanz bewertet und bestimmte Einstellungen verändert werden.

Wie viel Facebook insgesamt von einem Nutzer weiß, lässt sich jedenfalls bequem mit wenigen Klicks erfahren. Unter „Allgemeine Kontoeinstellungen“ lassen sich die Daten, die Facebook unter dem jeweiligen Account gesammelt hat, anfordern („Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter“).

The Art of Facebook

“The Art of Facebook” von mkhmarketing (CC BY 2.0)

Neue Funktion: „Freunde in der Nähe“

Bisher stand diese Funktion nur in den USA zur Verfügung, gehen die Mutmaßungen von FOCUS-online jedoch in Erfüllung, dann wird sie mit den neuen Datenschutz-Bestimmungen bald auch in Deutschland eingeführt werden. Nutzer können dann festlegen, welche Freunde sehen können, wenn man sich in der Nähe dieser befindet.

Die neuen Bestimmungen treten wie immer automatisch in Kraft. Sie können nicht abgelehnt werden. Wer Facebook weiterhin nutzt, stimmt den Neuerungen zu.

Wer sich jedoch die Zeit nimmt, sich mit den Privatsphäre-Einstellungen und den neu geschaffenen Bereichen auseinanderzusetzen, bewahrt sich zumindest einen Teil der Kontrolle über die eigenen Daten. Es empfiehlt sich die Einstellung „niemand“ sowohl unter „Nutzung Name und Foto zu Werbezwecken auf Webseiten Dritter“ als auch in der Rubrik „Kombination Werbeanzeigen und Freunde“ zu tätigen. Beide sind über den Reiter „Einstellungen/Werbeanzeigen“ zu finden. Darüber hinaus können Ortungsdienste auf den Smartphones ausgeschalten werden, bei einigen sogar speziell für die Facebook-App.

Ansonsten gilt wie immer die Devise: Weniger ist oft mehr. Sparsamer Umgang mit Informationen über die eigene Person in sozialen Netzwerken ist immer noch der beste Schutz.

Quellen:
heise.de
sz-online.de
faz.net
netzdurchblick.de
focus.de
tagesspiegel.de
facebook.com

Der letzte Aufruf erfolgte jeweils am 28.01.2015.

Autor: Marlene Jakob

25. Januar 2015 | Safer Internet Day 2015 – Social Web macht Schule ist dabei

Am 10. Februar 2015 findet der alljährliche Safer Internet Day statt und dieses Jahr haben wir uns im Projekt etwas ganz besonderes einfallen lassen.

Am 10. Februar werden wir offiziell und feierlich Teil der Facebook Community, um interessierte Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen regelmäßig mit aktuellen Informationen zum Social Web auf dem Laufenden zu halten.

Während unserer Arbeit an Schulen haben wir miterleben müssen wie SchülerInnen unter Cybermobbing leiden – das wollen wir ändern. Via WhatsApp wird beleidigt, beschimpft und ausgegrenzt – und oft genug trauen sich die Betroffenen nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aus diesem Grund werden wir Jugendlichen ab dem 10. Februar 2015 eine virtuelle Anlaufstelle bei Problemen bieten. Das Projekt “Social Web macht Schule” wird SchülerInnen per WhatsApp mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir beantworten Fragen rund um Handlungsoptionen im Fall von Cybermobbing und vermitteln weiterführende Hilfe. Als Zeugen können wir zu beleidigenden Gruppenchats hinzugefügt werden, die Dokumentation des Cybermobbing unterstützen und gegebenenfalls deeskalieren.

Über unsere Aktion könnt ihr euch hier informieren.

Weitere Aktionen rund um den Safer Internet Day findet man hier.

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Autor: Kristin Stritzke

22. Januar 2015 | Social Web macht Schule an der 36. Oberschule – ein Feedback

Nachdem die Trainerin Marlene Jakob aus dem Projekt “Social Web macht Schule” aus dem Leben eines Trainers berichtete, freue ich mich heute das Wort an Frau Lehmann der 36. Oberschule weitergeben zu können. Ich bedanke mich für Ihre Unterstützung und Ihr Feedback!

Wir bedauern, dass wir in der Kürze der Zeit keine alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für die 36. Oberschule finden konnten. Auch wenn “Social Web macht Schule” ein Projekt der queo GmbH ist, kann queo neben der Projektadministration (Konzepterstellung, -aktualisierung, Trainereinarbeitung, -ausbildung, -weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Sponsorensuche, und und und) die Durchführungskosten nicht tragen – auch wenn es dies gern täte. Aus diesem Grund sind wir stets bemüht gemeinsam mit den Schulen ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten, bzw. für Schulen auf Sponsorensuche zu gehen. So konnten wir die Finanzierung von 9 Schulen im Augustusburger Land mit Hilfe von enviaM, den Stadtwerken Marienberg und Olbernhau sicherstellen. Wir hoffen interessierten Schulen auch in Zukunft bequeme Lösungen anbieten zu können und freuen uns auch weiterhin über ein solches Engagement, wie von Frau Lehmann an der 36. Oberschule gezeigt – solange keine staatliche Förderung in Aussicht ist.

“Für unsere Projektwoche im Dezember konnten wir „ Social Web macht Schule“ als Partner gewinnen.

Das Thema soziale Netzwerke besitzt hohe Aktualität bei unseren Schülern, deshalb entschlossen sich die Klassenlehrer der 7. Klassen dies zum Schwerpunkt der Projektwoche zu machen.

 Die Projektleiterin Frau Stritzke unterstützte uns in der Entscheidungsfindung engagiert und kompetent. Während einer Lehrerkonferenz brachte sie uns sehr anschaulich die Schwerpunkte der zwei Projekttage näher.

 Innerhalb von zwei Schultagen konnten sich unsere Schüler sehr lebensnah mit den Möglichkeiten und Gefahren sozialer Medien auseinandersetzen. Sie wurden besonders durch vielfältige Methoden, interessante Filme und die Einbeziehung ihrer eigenen Erfahrungen angesprochen. Die Auseinandersetzung mit theoretischen Informationen fiel allerdings einigen sehr schwer, so dass der Spannungsbogen etwas abfiel.

Besonders erfolgreich verlief der Tag zum Thema Cybermobbing. Alle Schüler stimmten für die Erarbeitung einer Antimobbingvereinbarung. Mit viel Begeisterung beteiligten sich die Schüler an der Ideenfindung. Das Ergebnis zeigt eindeutig: „Wir sind gegen jede Art von Mobbing!“.

 Es ist sehr schade, dass diese Projektidee, die auf Eigeninitiative der „queo-GmbH“ ins Leben gerufen wurde, nicht staatlich gefördert wird. Unsere Schule konnte das Projekt nur realisieren, weil die Schüler einen finanziellen Beitrag leisteten und der Hauptteil vom Lehrerteam Gewaltprävention gesponsert wurde.”

 A. Lehmann, 36. Oberschule Dresden

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Autor: Kristin Stritzke

8. Januar 2015 | Ein Tag im Leben eines Trainers

Auf dem queoblog gab es einen interessanten Einblick aus dem Leben eines SWmS-Trainers, der an dieser Stelle natürlich nicht fehlen darf. Das Projekt “Social Web macht Schule” ist eine Inititaitve der queo GmbH.

Als Familienvater hat Dominik Bock 2011 die Notwendigkeit für eine Präventionsveranstaltung im Bereich Soziale Medien erkannt und gemeinsam mit der Anwaltskanzlei Arnold und dem Social Media Experten Jan Pötzscher das Projekt “Social Web macht Schule” ins Leben gerufen.

Für das Projekt “Social Web macht Schule” gehen unsere Trainer regelmäßig an Schulen, arbeiten mit Schülern, Lehrern und Eltern. Das ist soweit klar. Wie sich die Arbeit eines Trainers im Projekt allerdings genau gestaltet, hat Marlene Jakob für uns einmal zusammengefasst.

Ein Tag im Leben eines SWmS-Trainers

Der frühe Vogel…

Der Tag beginnt noch vor Sonnenaufgang, als mich mein Wecker gegen 5 Uhr unsanft aus dem Schlaf reißt. Normalerweise würde ich einige Male die Schlummertaste betätigen, bevor ich langsam aufstehe, um ganz in Ruhe mein tägliches Morgenritual abzuhalten, heute jedoch muss es schnell gehen. Drei Schulklassen aus dem Erzgebirgskreis warten darauf, im Rahmen des Projektes Social Web macht Schule über die bewusste, selbstverantwortliche und sichere Nutzung von Social Media aufgeklärt zu werden. Also ab ins Bad, ein paar Brote geschmiert, Unterlagen eingepackt und den noch viel zu heißen Kaffee heruntergespült, schon verlasse ich das Haus. Es sind wenig Menschen auf den immer noch dunklen Straßen Dresdens unterwegs, am Treffpunkt jedoch werde ich bereits von meinen KollegInnen erwartet.

Im Auto liegt wieder eine gewisse Spannung in der Luft, denn jede Schule ist anders, keine Klasse gleicht der anderen und auch wir TrainerInnen wachsen mit jedem Workshop an unseren pädagogischen Erfahrungen.Was wird uns wohl heute erwarten? Wie wird die Klasse sein, wie die Unterstützung durch die anwesenden Lehrkräfte? Entspricht der Workshop den Erwartungen der SchülerInnen, sind sie interessiert und motiviert oder wird viel Kraft nötig sein, Interesse und Motivation erst hervorzurufen? Und was könnte uns dabei vielleicht wieder an unsere Grenzen und darüber hinaus bringen? Nachdem Erwartungen ausgetauscht, Hoffnungen und Ängste geteilt und letzte Tipps gegeben wurden, wird es langsam still auf der Rückbank. Es ist einfach zu früh und im Fahrtrhythmus macht sich die kurze Nacht bemerkbar.

Anleiten statt vorgeben

Einmal in der Schule angekommen, vergeht der Tag für uns Trainer wie im Flug. Materialien vorbereiten, sich mit der Präsentationstechnik vorort vertraut machen, dann verkündet die Schulklingel den Beginn des zweitägigen Workshops. Erwartungsvolle Augen blicken mich an. Meiner Müdigkeit ist einem hellwachen Bewusstseinszustand gewichen, ganze fünf Unterrichtsstunden lang bin ich nun höchst aktiv. Die ersten Minuten verbringe ich damit, die SchülerInnen kennenzulernen, das Programm des Workshops vorzustellen und die Erwartungen der SchülerInnen an den Workshop und an den Umgang miteinander abzustecken. Ist die Basis für ein respektvolles Miteinander geschaffen, steigen wir inhaltlich ein und setzen und mit Thematiken rund um Social Media, Datenschutz, Privatssphäre auseinander. Ich versuche den SchülerInnen zu vermitteln, dass das Internet Potentiale und Gefahren gleichermaßen in sich trägt und dass jeder selbst verantwortlich dafür ist, wie viel er von sich preis gibt. Das Internet vergisst nicht, lautet die Devise. Bildrechte und Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken kommen hier ebenso zur Sprache wie allgemeine Verhaltensregeln in der Kommunikation mit Unbekannten.

Gemäß der Charakteristik eines Workshops, der intensiven Auseinandersetzung einer Gruppe mit einem bestimmten Thema unter Anleitung durch einen Trainer, wird dabei versucht, den klassischen Frontalunterricht zu vermeiden. Stattdessen arbeiten wir mit Videos, in Kleingruppen, am Computer oder nähern uns einem Thema spielerisch an, zum Beispiel durch das Lösen eines Quiz am ersten Tag oder durch eine Standbildübung und „Talkshow“ am zweiten Tag. Je nach Reifegrad der Schüler und deren Vorerfahrungen in sozialen Netzwerken, wird das Konzept angepasst. Als Trainer entwickelt man schnell ein Gefühl dafür, welche Aufgaben zu der jeweiligen Klasse passen und kann situationsbedingt auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse der SchülerInnen reagieren.

Nach dem Workshop ist vor dem Workshop

Sind die SchülerInnen nach der letzten Stunde aus dem Klassenzimmer gestürmt und die Materialien zusammengepackt, spüre ich schnell die geistige und körperliche Erschöpfung. Mit dem Absinken des Aktivitätsniveaus, kehrt auch die Müdigkeit zurück. Ich bin froh, als ich wieder im Auto sitze und meine Erfahrungen mit den anderen TrainerInnen teilen kann. Auf dem Heimweg gehe ich das Feedback durch, um das ich die SchülerInnen in den letzten Minuten gebeten hatte. Dieses ist für mich eine wichtige Grundlage für den zweiten Workshoptag, der auf dem heutigen Tag aufbaut und die gewonnenen Erkenntnisse auf die Thematik Cybermobbing fokussiert. Fast jeder Jugendliche ist schon einmal mit (Cyber-)Mobbing in Berührung geraten, daher ist der zweite Workshoptag für die meisten Schulklassen besonders interessant. Ich werde versuchen, die SchülerInnen für die verschiedenen Rollen im (Cyber-)Mobbinggefüge zu sensibilisieren und vor allem darüber zu informieren, wie man sich gegen Cybermobbing stark machen und schützen kann.

Doch heute ist erst einmal entspannen angesagt. Man kann es nicht leugnen, das Trainerdasein ist anstrengend. Dennoch verlässt man die Schule nie ohne das angenehme Gefühl etwas Gutes vollbracht zu haben. Bekommt man dann noch ein positives Feedback von der Klasse, sind alle Mühen fast vergessen.

Marlene Jakob

Autor: Kristin Stritzke

5. Januar 2015 | Mit guten Vorsätzen ins Jahr 2015

Nachdem wir im letzten Jahr viel zu tun hatten und wertvolle Erfahrungen an acht Schulen sammeln durften, heißt es im Januar und Februar für das Projekt “Social Web macht Schule”: Erfahrungen sortieren, reflektieren und nutzen.

Wir sehen uns im Projekt mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Zum Einen haben wir eine heterogene Zielgruppe; Wir unterrichten in allen Schularten die Klassenstufen 5-8. Jede Klasse ist anders und vor allem jede Klasse ist unterschiedlich fit im Bereich Datenschutz und Privatsphäre. Zum Anderen bewegen wir uns in einem extrem schnelllebigen Bereich. Vorgestern war es noch studiVZ, gestern Facebook und heute WhatsApp. Ständig werden Datenschutzrichtlinien aktualisiert, Updates auf den Markt gebracht und neue Sicherheitslücken aufgedeckt.

Mit all diesen Herausforderungen sehen wir uns nicht nur seitens der SchülerInnen konfrontiert, sondern gleichzeitig auch der Eltern und der LehrerInnen.

Man kann also sagen: Es wird nie langweilig. Es gibt immer noch etwas zu verbessern, zu verändern, anzupassen, zu optimieren und generell zielgruppenspezifischer zu konzipieren.

Für das Neue Jahr stellen wir uns (wieder) eben diesen Herausforderungen. Los gehts mit einem Team-Treff, zu dem die Social Web macht Schule TrainerInnen das Wort erhalten. Gemeinsam werden wir Schwachstellen unserer bisherigen Arbeit analysieren und mit neuen Ideen begegnen.

Außerdem wollen wir neue Schulen akquirieren, um die Aufklärung im Bereich Neue Medien weiter voranzutreiben. Denn wie ein kurzer Bericht des ARD zeigt, ist und bleibt Cyber-Mobbing ein ernstzunehmendes Problem.

Mobbing im Internet – Medienscouts helfen Schülern von ARD

In dem Beitrag des ARD wird eine weitere Herausforderung in Verbindung mit den Medienscouts angesprochen: Nachhaltigkeit. Wir alle haben einst die Schulbank gedrückt und können trotzdem das Phänomen des Dativ nicht erklären oder angeben wann der 30-Jährige Krieg begonnen hat. Die Frage nach der dauerhaften Verankerung des Wissens, der tatsächlichen Veränderung der Gewohnheiten der SchülerInnen hinsichtlich ihrer Mediennutzung, beschäftigt uns im Neuen Jahr ebenfalls.

2015 dreht sich für Social Web macht Schule also nicht um mehr Sport oder gesündere Ernährung, sondern um Schüler-, Lehrer- und Elternzentrierte Inhalte, die begeistern und auf diesem Wege in den Köpfen bleiben. Es geht um mehr Qualität, aber auch eine steigende Quantität. Wer uns bei unseren Neujahresvorsätzen unterstützen will, kann uns einfach eine Nachricht schreiben.

Social Web macht Schule wünscht allen Interessierten, Unterstützern, Followern, usw. ein frohes Neues Jahr und viel Erfolg bei der Erfüllung der eigenen guten Vorsätze!
 

Autor: Kristin Stritzke

19. Dezember 2014 | Social Web macht Schule wünscht allen eine gesegnete und besinnliche Weihnachtszeit!

Das Jahr nähert sich dem Ende und wir vom Team “Social Web macht Schule” verabschieden uns vom alten Jahr und freuen uns auf spannende Projekte und neue Herausforderungen in 2015.

Merry Christmas! Frohe Weihnachten! von KaMa Photography (CC BY 2.0)

 

Das Jahresende ist immer eine Zeit des Innehaltens, Revue-Passierens und vor allem eine Zeit der Dankbarkeit. 2014 sind wir im Projekt mit großen Schritten vorangegangen und konnten unser Wissen und unsere Erfahrungen im Bereich soziale Medien weitergeben und unseren Teil zu mehr Medienkompetenz und weniger (psychischer) Gewalt an Sächsischen Schulen beitragen. Seit 2011 existiert das Projekt Social Web macht Schule, aber eine derartige Reichweite wie im zweiten Halbjahr 2014 haben wir bisher noch nicht erreichen können. Darüber freuen wir uns aus dem Projektteam sehr!

Dieser Erfolg wäre jedoch nicht möglich gewesen ohne tatkräftige Unterstützung.


 
Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren 2014, allen voran enviaM unserem Hauptsponsor, dem Energieversorger Marienberg, Aqua Marien und den Stadtwerken Olbernhau. Für seine besondere Unterstützung möchten wir dem Verein zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal e.V. danken, der uns engagiert bei der Schulakquise, Organisation, Pressearbeit und noch so vielem mehr unter die Arme gegriffen hat!


Doch ohne einen “Sponsor” gäbe es das Projekt nicht – die queo GmbH. 2011 hat sie dem Projekt Leben eingehaucht und bis zum heutigen Tag mit Geduld, Engagement und Leidenschaft für dessen Ziele und dessen Erfolg gekämpft. Ich möchte mich im Namen des Projekts bei allen Mitstreitern im Hause queo für die organisatorische, moralische und finanzielle Unterstützung bedanken.

Natürlich möchten wir uns auch bei allen Schulen, Lehrern und Eltern bedanken, die uns in den vergangenen 6 Monaten ihr Vertrauen geschenkt haben und dem Projekt “Social Web macht Schule” ihre Türen geöffnet haben. Wir danken an dieser Stelle der Marie-Curie-Oberschule Dohna, der Erich-Viehweg-Oberschule Frankenberg, der Heiner-Müller-Oberschule Eppendorf, der Heinrich-von-Trebra-Oberschule Marienberg, der Martin-Andersen-Nexö-Oberschule Zschopau, der Oberschule Pockau-Lengefeld, dem Marie-Curie-Gymnasium Dresden und der 36. Oberschule Dresden.

Allen Projektpartnern wünscht “Social Web macht Schule” eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Auf ein Wiedersehen in 2015!

Autor: Kristin Stritzke

16. Dezember 2014 | Die Lehrer und das Internet

Der elektrische Reporter berichtet regelmäßig auf zdf über unsere schöne neue Netzwelt – manchmal apokalyptisch, manchmal kurios, ab und zu amüsant und von Zeit zu Zeit auch ein bisschen übertrieben.


Lehrer und Internet von BlinkenTV

In der Folge am 3.12.2014 zum Thema “Lehrer und Internet” wurden neben einigen Übertreibungen, auch interessante Gedanken geteilt;

Berichtet wird beispielsweise von Problemen in Computer-Räumen, die medien-, bzw. internetgestützte Bildungsversuche zu abenteuerlich-unüberwindbaren Herausforderungen werden lassen. Eine Erfahrung, die wir aus dem Projekt “Social Web macht Schule” leider oft bestätigen können.

Erwähnt wird auch das Problem fehlender Vorgaben für Lehrer was genau diese Medienkompetenz überhaupt beinhaltet und wie man neue Medien in den Unterricht integrieren soll. Wenn sich Lehrer für mehr Medienkompetenz einsetzen wollen; Wo fangen sie damit an?

Besonderen Zündstoff beinhaltet letztendlich die Aussage des Medienpädagogen Stefan Aufenangers, als er den Umgang der Lehrer mit den neuen Medien mit einem Waschmaschinenreparateur vergleicht – Fazit: “Ich denke genauso gehört es zur Professionalität des Lehrerberufs, sich mit den aktuellen Entwicklungen, vor allem in der Kinder- und Jugendkultur, auseinanderzusetzen” (vgl. Stefan Aufenanger 2014: Minute 3:40).

Der elektrische Reporter liefert immer wieder gute Denkanstöße, hübsch animierte Spots und interessante Neuigkeiten. Mitunter natürlich auch einige Utopien. Auch wenn sich der Wald bedanken würde – Papier und Stift waren und bleiben unerlässliche Unterrichtswerkzeuge.

 

 

Autor: Kristin Stritzke