31. August 2015 | Du willst uns? Du kriegst uns!

Die erste Schulwoche ist nun mehr vorbei. Wir haben den Schuljahresbeginn 2015/16 gebührend eingeleitet und waren bereits an der Evangelischen Hochschule in Hochkirch zu Gast sowie der Erich Viehweg Oberschule in Frankenberg. Vielen lieben Dank für die Gastfreundschaft!

Wie drei  Schülerinnen der Klasse 7 den Workshop fanden seht ihr hier:

Haben die charmanten Mädels euer Interesse geweckt?

Dann haben wir pünktlich zum neuen Schuljahr eine tolle Neuigkeit: Ihr wollt, dass Social Web macht Schule zu euch kommt? Dann kommt Social Web macht Schule auch zu euch. Gemeinsam mit enviaM verlosen wir einen Workshop in und um Chemnitz.

Wie könnt ihr teilnehmen?

Ob nun per Videobotschaft, selbstgemalten oder selbstgeschossenen Bild, per Sprachnachricht oder ganz oldschool per Feuerzeichen; Ihr sagt uns warum wir zu euch kommen sollen und ladet euren Beitrag einfach auf https://www.facebook.com/socialwebmachtschule hoch. Sobald ihr euren Beitrag hochgeladen habt, nehmt ihr automatisch an der Verlosung teil.

Wer kein Facebook-Account besitzt, kann uns auch unter info@social-web-macht-schule.de eine Nachricht schicken.

Teilnehmen können Lehrer, Schüler, Schulleiter oder Eltern einer Schule in und um Chemnitz.

Wer gewinnt was?

Sagt euren Freunden, Bekannten, entfernten Verwandten Bescheid, denn der Beitrag, der am 21. September die meisten Likes hat, gewinnt unser Rund-um-Wohlfühl-Paket.

Wir verlosen ein komplettes Workshop-Sorglos-Paket bestehend aus einem 2 stündigen Elternabend, einer 2 stündigen Lehrerweiterbildung und einem ein- oder zweitägigen Schülerworkshop für eine Klassenstufe mit bis zu 3 Klassen. In den Veranstaltungen dreht sich alles um das Social Web. Wir reden also über WhatsApp, Instagram, Apps und Spiele, Privatsphäre und Datenschutz sowie das Thema Cybermobbing. Austragungsort wird zu einem Termin der Wahl (bei Einwilligung der Schulleitung) die Schule sein.

Alles klar? Dann ran an die Smartphones und kräftig Bilder schießen, Gründe sammeln und bis zum 21. September auf unserem Facebookprofil hochladen! Wir freuen uns auf eure Beiträge!

Noch ein Dank zum Schluss

Die Verlosung des Workshops wird durch das Engagement von enviaM ermöglicht. Vielen Dank!

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Autor: Kristin Stritzke

13. August 2015 | Von Vorfreude, Ausblicken und einem großen Dankeschön

Nachdem wir das Schuljahr 2014/15 nun mehr gebührend betrachtet und besprochen haben, ist es an der Zeit für einen kleinen Ausblick ins Schuljahr 15/16. Wir haben einige Pläne für das neue Schuljahr geschmiedet, einige Überraschungen geplant und stehen in den Startlöchern um uns weiterhin für Medienbildung starkzumachen. Fangen wir mit einer wunderbaren Neuigkeit an:

Im Schuljahr 2015/16 wird enviaM sein Engagement für das Projekt ausweiten.

Erneut werden wir mit unserem Schüler-Workshop und dem Elternabend 4 Schulen im Augustusburger Land besuchen. Gleich nach den Sommerferien geht es mit Frankenberg los, danach werden wir in Eppendorf anzutreffen sein, es geht noch einmal nach Pockau-Lengefeld und nach Zschopau. Außerdem gibt es noch eine fünfte Schule, die enviaM unterstützen wird. Wenn du möchtest, dass Social Web macht Schule im neuen Schuljahr an deine Schule in und um Chemnitz kommt – dann bleib neugierig. Nach den Sommerferien wird der Startschuss für unsere Social-Web-macht-Schule-Workshop-Verlosung fallen.

Erich-Viehweg-Oberschule Frankenberg

Erich-Viehweg-Oberschule Frankenberg

Neben der Unterstützung im Augustusburger Land, werden sich unsere Trainer im kommenden Schuljahr nun auch in Südsachsen nach Herzenslust verfahren können – enviaM gibt auch hier 5 Schulen in und um den Vogtlandkreis die Möglichkeit ein Zeichen für ein faires und sicheres Netz zu setzen und das Projekt in ihre Klassen zu holen. Ihr habt Interesse? Dann könnt ihr jetzt schon auf uns zukommen! Schreibt uns unter info@social-web-macht-schule.de und reserviert euren Wunschtermin.

Was fehlt? Eine Menge weiterer Infos über all die Masterpläne, die wir sonst noch geschmiedet haben, aber auch:

Eine Antwort auf die Frage “Warum macht enviaM das überhaupt?”.

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Positive Aspekte Sozialer Medien (Augustusburg)

Dazu habe ich mich mit Frau Weiß (enviaM, Projektleiterin Schulengagement) unterhalten, die im vergangenen Jahr auch schon das schöne Pockau-Lengefeld gemeinsam mit Social Web macht Schule kennengelernt hat.

Frage: „Liebe Frau Weiß, warum engagiert sich enviaM in diesem Projekt?“

Frau Weiß: “Was passiert mit meinen Urlaubsbildern auf Facebook? Kenne ich eigentlich alle meine WhatsApp Kontakte? Was tue ich, wenn im Internet Lügen über mich verbreitet werden? Das sind nur ein paar der vielen Fragen, mit denen die Jugendlichen beim Projekt „Social Web macht Schule“ konfrontiert werden. enviaM weiß um die Brisanz des Themas und bringt es an Schulen in der Region. Das besondere der Initiative ist, dass sie sich nicht nur an die Schüler richtet, sondern auch an die Eltern und Lehrer.”

Frage: „Warum ist die Medienbildung für Schüler wichtig?“

Frau Weiß: “Im sich rasant entwickelnden Internet-Zeitalter fühlen sich besonders junge Menschen im Netz zu Hause. Über die sozialen Netzwerke sind sie miteinander verbunden, kommunizieren in Chatrooms. Aber nicht alle gehen verantwortungsvoll mit den eigenen Daten oder den Daten der anderen um. Fälle von Nötigungen häufen sich, und Cybermobbing ist längst ein ernstzunehmendes Thema.”

Frage: “Wer braucht denn nun eigentlich die Medienbildung? Schüler, die von ihrem Smartphone nicht mehr wegzukriegen sind? Oder doch Eltern, die ihr Smartphone nur zum Telefonieren benutzen? Oder vielleicht eher die Lehrer, die als Ansprechpartner für Schüler fungieren?“

Frau Weiß: “Es geht um alle Personengruppen. Eltern und Lehrer müssen sich enger zusammenschließen mit dem Ziel, die Kinder vor den Gefahren der sozialen Netzwerke zu schützen – aber auch die Vorteile des Internets zu nutzen. Und hier überzeugt „Social web macht Schule“, denn nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Bezugspersonen – Lehrer und Eltern – werden einbezogen.”

Frage: „Frau Weiß, haben Sie einen Tipp oder Ratschlag für Schüler, die sich wegen Cybermobbing nicht mehr in die Schule trauen?“

Frau Weiß: “Helfer sollte es unbedingt geben, die den Gemobbten zur Seite stehen. Das können Eltern oder Verwandte sein, aber auch der Freundeskreis trägt Verantwortung. Miteinander reden und nach Lösungen suchen, das ist die Aufgabe. Doch oft fällt es den Cybermobbing-Opfern schwer, von ihren Sorgen zu berichten – sie ziehen sich zurück. Aber genau hier setzt das Projekt an.”

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Autor: Kristin Stritzke

5. August 2015 | “standen die Schüler […] auf und fingen an laut zu klatschen” – Unsere Trainer blicken zurück

In unserem Projekt ist im vergangenen Schuljahr viel passiert – von neuen Konzepten über den Start unseres Kummerkastens oder erhellende Momente im Gespräch mit der Polizei.

Letztendlich hauchen vier ganz besondere Personen dem Projekt Leben ein: die Trainer. Antonia, Eugenia, Marlene und Jeanette stehen früh auf, nehmen lange Wege auf sich und müssen sich mit jeder Schule auf neue Schüler, neue Lehrer und neue Herausforderungen einstellen. Mein herzlichstes Dankeschön an das Engagement, die Nerven und die Hingabe unserer vier Mädels!

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Finde die Trainerin – Antonia an der August Bebel Oberschule Zschopau

Diesmal kommen sie zu Wort. “Was war die größte Herausforderung im vergangenen Schuljahr und welches das schönste Erlebnis?”, habe ich sie gefragt. Lest selbst:

Antonia:

“An der August-Bebel-Oberschule Zschopau erlebte ich meinen schönsten und schrecklichsten Moment im Schuljahr 2014/15. Als ich das erste Mal an der Schule war, kam ich leider viel zu spät. Ein kaputtes Navi, ein leerer Smartphoneakku und fehlende Umleitungsschilder sorgten für eine abenteuerliche Fahrt, die kein Ende nehmen wollte. Verzweifelt fuhr ich durch verlassene Waldstraßen und suchte den Weg nach Zschopau. Obwohl ich in Dresden extra zeitig losgefahren bin, musste ich mit dem Elternabend 15 Minuten später beginnen. Das war mir gegenüber den Lehrern und Eltern sehr unangenehm. Für die große Geduld, die die wartenden Eltern für mich aufbrachten, möchte ich mich herzlich bedanken.

Feedback aus Zschopau

Feedback aus Zschopau

Drei Monate später durfte ich den zweitägigen Schülerworkshop in Zschopau halten. Als ich mit dem Unterricht fertig war und mich von den Schülern verabschiedet hatte, standen die Schüler ohne die Aufforderung des Lehrers auf und fingen an laut zu klatschen. Dieser Moment hat mir mal wieder gezeigt, warum ich Trainerin bei Social Web macht Schule geworden bin.”

Marlene

“Denke ich an mein anstrengendes Erlebnis im vergangenen Schuljahr, so kommt mir das Regenbogengymnasium in Augustusburg in den Sinn. Am 2. Juni machte ich mich auf den Weg, um ca. 30 Eltern aufzuklären, jedoch entschied ich mich fataler Weise dafür, dem Navigationssystem über die Landstraße zu folgen anstatt meinen ursprünglich geplanten Weg über die Autobahn zu nehmen. Bis kurz vor Augustusburg lief alles super, ich genoss die schöne Landschaft und lag, da ich überpünktlich in Dresden losgefahren war, mehr als gut in der Zeit. Eine Straßensperrung machte mir dann jedoch einen Strich durch die Rechnung und es folgte eine abenteuerliche Irrfahrt durchs Augustusburger Land. Nachdem ich schon einige Minuten zu spät war, folgte ich der Anweisung freundlicher Anwohner und fand über unbefestigte Schleichwege endlich den richtigen Weg. Endlich angekommen, nahm das Übel aber weiterhin seinen Lauf, denn ich zog mir in der ganzen Hektik eine tiefe Schnittwunde am Finger zu, die ziemlich blutete. Nachdem mich Frau Mann, die Schulleiterin, provisorisch verarztete, trat ich völlig abgehetzt vor die erwartungsvoll dreinblickenden Eltern und Lehrer, die bereits 20 Minuten auf mich warten mussten. Irgendwie schaffte ich es jedoch mich zu sammeln, alle noch vorhandenen Kräfte zu bündeln und einen guten Vortrag zu halten, der den Erwartungen der Anwesenden gerecht wurde und für das Warten entschädigte. Im nachhinein finde ich es zwar immer noch schade, dass der Elternabend nicht optimal gelaufen ist, aber manchmal kann man gewisse Störfaktoren eben nicht beeinflussen. Danke an die Schulleitung, die diesbezüglich Verständnis zeigte! Für mich persönlich war der Abend eine Grenzerfahrung, aus der ich mit Sicherheit einiges gelernt habe.

Plakaterstellung Augustusburg

Plakaterstellung Augustusburg

Das schönste Erlebnis lässt sich hingegen nicht so einfach bestimmen.

Vermutlich liegt es daran, dass es für mich die stetigen kleinen Freuden sind, die meine Tätigkeit im Projekt versüßen, z.B. das Sichten der Feedback-Bögen, die nicht selten mit witzigen oder herzergreifenden Kommentaren gefüllt werden, Schüler und Schülerinnen, die unsere Talkshow-Methode mit grandiosen Schauspielambitionen bereichern oder Schüler, die trotz geringer Deutschkenntnisse aktiv mitarbeiten und bei der Plakatvorstellung mehr Mut beweisen als ihre Mitschüler ohne Migrationshintergrund.

Jede Klasse, jeder Workshop ist einzigartig und irgendwie ist es immer wieder ein besonderes und spannendes Erlebnis, sich auf die jeweils neue Situation einzulassen.”

Jeanette

“Wenn ich an das letzte Jahr Social Web mach Schule zurückdenke, dann fällt mir vor allem auf, welche Entwicklung das Projekt vollzogen hat. Zwischen meinem ersten Workshop und heute hat sich einiges getan: jedes Mal, wenn ich eine Klasse verlasse, habe ich das Gefühl, voranzukommen und Ideen zu haben, die den Workshop weiter verbessern. Ich erinnere mich an einen sehr erfolgreichen Schülerworkshop den ich nach der kompletten Überarbeitung des Konzeptes leitete – unsere Ideen gingen auf, den Schülern machte es Spaß und das gemeinsame Arbeiten viel leichter. Das motiviert!
Ansonsten sind es sicherlich die kleinen Momente, die Freude bringen: wenn sich ein sonst stiller Schüler sehr aktiv in den Projekttagen zeigt, in der Gruppenarbeit wirklich ernsthaft über die Gefühle eines Mobbingopfers diskutiert wird oder die Schüler in der Pause zum Quatschen an meinen Tisch kommen. Das Wichtigste für mich ist es, die Schüler zu erreichen. Wenn das klappt, dann läuft der ganze Workshop bedeutend flüssiger; wenn nicht, überlegen wir uns im Team, was wir noch besser machen könne. So entwickeln und treiben wir unser Konzept ständig voran.
Das nächste Jahr SWmS wird sicherlich genau so ereignisreich, wie das letzte!”

Eugenia

“Mein zweifellos anstrengendstes Erlebnis bei SWmS war der Workshop in Frankenberg im Februar. Bei dem ersten Workshop, den ich alleine durchgeführt habe, haben mir die Rahmenbedingungen das Leben erschwert. Denn genau an den zwei Tagen, an denen wir unterwegs waren, sanken die Temperaturen auf -5 und -10° C und es hat geschneit, geschneit und noch mehr geschneit. Das bedeutet: noch bevor der Workshop losging, musste ich mich mit dem Auto durch Schneeberge und Glatteis kämpfen. Dennoch habe ich den Workshop (und den dazugehörigen Elternabend) erfolgreich hinter mich gebracht. Als ich dann nach dem Elternabend in pechschwarzer Nacht, über enge und vereiste Straßen durch Nebel fuhr, habe ich mich kurzzeitig gefragt, ob ich den nächsten Tag noch sehen würde. Wie man sieht, bin ich sicher in Dresden angekommen, und bin auch unglaublich stolz auf mich. Jetzt macht mir kein Wetter mehr Angst!

Doch selbst dieses einschneidende Erlebnis kann meine Erfolgsmomente im Projekt nicht überschatten.

Feedback an Eugenia in Zschopau

Feedback an Eugenia in Zschopau

Einer davon war in Zschopau: Am zweiten Workshop-Tag ist leider die Klassenlehrerin meiner Klasse ausgefallen. Obwohl Vertretungslehrer anwesend waren, gestaltete sich der Tag herausfordernd. Mir sind zwei eher zurückhaltende Schülerinnen aufgefallen, die ich schlecht einschätzen konnte. Leider hatte ich keine Zeit mich verstärkt um sie zu kümmern. Deswegen war ich etwas besorgt, als sie nach dem Abschluss des Workshops, nachdem die meisten anderen Schüler schon aus der Klasse verschwunden waren, noch einmal zu mir kamen. Umso überraschter war ich, als sie sich bei mir für den Workshop bedankten, mir erzählten, wie sehr ihnen die zwei Tage gefallen hatten und uns einluden, wiederzukommen. Das Grinsen war an dem Tag nicht mehr aus meinem Gesicht wegzudenken.”

 

 

Autor: Kristin Stritzke

23. Juli 2015 | Ein Schuljahr geht zu Ende

Social Web macht Schule konnte dank tatkräftiger Unterstützung im Schuljahr 2014/2015 richtig loslegen und die Aufklärung im Bereich Soziale Medien vorantreiben! Von Frankenberg ging es nach Eppendorf über Marienberg nach Zschopau, Hartha und Pockau-Lengefeld. Doch auch in Dresden durften wir am Marie-Curie-Gymnasium und der 36. Oberschule vorbeischauen. Mal waren wir in der Presse, mal nur mit Müh und Not und viel Körpereinsatz pünktlich beim Workshop und ein anderes Mal gestrandet an einer verlassenen Zugstation im Nirgendwo. Wir haben unterrichtet, übers Unterrichten diskutiert, das Unterrichten evaluiert und andere Themen zum Diskutieren gesucht und gefunden. Wir waren online aktiv, offline aktiv und mobil stets erreichbar. Ein turbulentes Schuljahr geht zu Ende.

Social Web macht Schule im Einsatz

Im August 2014 haben wir unser altes Konzept generalüberholt und sind in das Schuljahr 2014/2015 gestartet. Wir waren an insgesamt 12 Schulen zu Besuch und möchten allen Schülern, Lehrern und Eltern für die herzliche Aufnahme danken.

Während des zurückliegenden Jahres haben wir uns allerdings nicht mit dem bloßen Unterrichten begnügt, sondern fleißig weiter getüftelt und geplant, wie wir unsere Veranstaltungen noch besser machen können – von immer wieder neuen Themengebieten, zum Tableteinsatz über die Blogerstellung oder die Konzeption eines eintägigen Workshops.
Und das Feedback zeigt uns: es war der Mühen wert!

Elternabend Augustusburg

Feedback Elternabend Augustusburg

Social Web macht Schule goes Social Media

Neben der Planung, Evaluation und natürlich der Durchführung unserer Veranstaltungen haben wir zum Safer Internet Day 2015 auch unsere neue Facebook-Präsenz veröffentlicht und einen WhatsApp Kummerkasten eingerichtet. Über Facebook gibt es stets Neuigkeiten in und um das Projekt sowie zum Thema Soziale Medien. Auch im WhatsApp Kummerkasten ist viel los. Jede Woche erhalten wir mehrere Anfragen und hoffen allen Ratsuchenden eine Hilfe zu sein!

Social Web macht Schule im Gespräch

Über den eigenen Tellerrand hinausschauen hat bekanntlich noch nie geschadet. Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr auch stets das Gespräch mit ähnlichen Projekten gesucht.

Wir möchte uns für fruchtbare Diskussionen mit dem medienfux Dresden, dem pjr Dresden, dem Jugendmagazin Spiesser, der Polizeidriektion Görlitz/ Bautzen bzw. dem SAEK Bautzen und dem Netzwerk Medienpädagogik Sachsen bedanken. Sogar in den Sächsischen Landtag waren wir zur “Schulung Datenschutz der Teamkoordinatoren der Medienpädagogischen Zentren” eingeladen.

 

Social Web macht Schule und seine Unterstützer

queo hat die Inititative Social Web macht Schule 2011 ins Leben gerufen und seither gehegt, gepflegt, geherbergt und viele weitere Dinge, die mit dem Präfix ge- beginnen. In queos heiligen Hallen sitze ich als Projektmanagerin tagein, tagaus und rede mit Lehrern, Schulleitern und Eltern, aber auch mit den hauseigenen Designern, wenn etwas schön werden soll, und Entwicklern, wenn etwas technsich umgesetzt werden muss. Außerdem treffe ich mich regelmäßig auf einen Kaffee mit unserem Medienanwalt Bernhard Kelz, der uns mit seinem Expertenwissen kompetent zur Seite steht.

Dank der Unterstützung unseres Hauptsponsors enviaM konnten wir im Schuljahr 2014/15 6 Schulen besuchen und insgesamt 14 Klassen im Umgang mit dem Sozialen Netz fit machen.

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Außerdem haben uns die Energieversorger Marienberg, Aqua Marien und die Stadtwerke Olbernhau an zwei weiteren Schulen kräftig unter die Arme gegriffen.

Heldenhaft koordiniert wurde die diesjährige Durchführung vom Verein zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal e.V.

Wir danken im Namen der 475 Schüler, 570 Lehrer und 380 Eltern, die in diesem Schuljahr an dem Projekt teilgenommen haben, all unseren Unterstützern und Förderern. Solange die Medienbildung noch nicht in den Lehrplan aufgenommen ist werden wir weiterhin für alle Projektinteressierten da sein und so blicken wir gespannt einem neuen Schuljahr entgegen!

Danke nochmals für den tollen Workshop an der Evangelischen Mittelschule Hochkirch am Ende des Schuljahres. Es wird…

Posted by Toni Kretzschmar on Mittwoch, 22. Juli 2015

Autor: Kristin Stritzke

8. Juli 2015 | Aus dem Leben eines Trainers – Ran an die Tablets!

Letzte Woche waren wir in der August-Bebel-Oberschule Zschopau zu Besuch und hatten eine Premiere: Zum ersten mal haben wir mit Tablets in den Schülerworkshops gearbeitet.

Die Benutzung von Tablets in Schulen ist für uns etwas besonderes, denn nur wenige Schulen sind damit ausgestattet. Ich freute mich besonders darauf, denn endlich war kein Gedrängel in den Computerkabinetten vorprogrammiert. Auch die Schüler waren begeistert, als die Tablets zum Einsatz kamen. Doch die anfängliche Euphorie verblasste schnell. Die langsame Internetverbindung sorgte für eine Geduldsprobe. Dieses Problem gibt es an vielen Schulen und stellt uns Trainer desöftern auf die Probe. Dem Großteil der Schulen mangelt es an aktueller Computertechnik und einer schnellen Internetverbindung, die es ermöglicht, dass alle Schüler gleichzeitig eine Aufgabe im Social Web erarbeiten können. Hier besteht noch viel Aufholbedarf an den Schulen, bzw. seitens der Schulträger.

Tablet als Hilfe zum ausfüllen eines Arbeitsblattes

Tablet als Hilfe zum ausfüllen eines Arbeitsblattes

Dank viel Geduld und der sehr freundlichen Unterstützung von mehreren Lehrern gelang die Internetnutzung via Tablets in Zschopau doch noch. Mich persönlich hat der Tablet-Einsatz um einige Erfahrungen weitergebracht und ich würde sie jederzeit wieder im Workshop einsetzen. Der Unterricht lässt sich mit den digitalen Hightech-Geräten innovativer gestalten und bringt viele praktische Vorteile mit sich. Wie mir das Feedback der Schüler verriet, hatten die Kinder auch eine Menge Spaß mit den Tablets. Diese waren bei einigen Schülern sogar das Highlight des zweitägigen Workshops – trotz der Verbindungsschwierigkeiten.

Schülerinnen arbeiten gemeinsam am Tablet

Schülerinnen arbeiten gemeinsam am Tablet

Mein Tipp an Lehrer: probieren Sie die Tablets in Ihrem Unterricht aus, denn auch wenn technische Probleme zu Verzögerungen führen, können Sie sich sicher sein, dass konzentriert und motiviert gelernt wird. Die Schüler können Videobeiträge, Podcasts oder digitale Bücher ergänzend zum Unterrichtsstoff abrufen. Auch zur Recherche, als Vokabeltrainer für den Fremdsprachenunterricht oder für verschiedene Apps können die mobilen Geräte in der Schule eingesetzt werden. Eine Auswahl an Apps für den Unterricht finden Sie z.B. hier http://www.tablet-in-der-schule.de/. Viel Spaß beim Ausprobieren! Wir würden uns sehr freuen von Ihren Erfahrungen zu hören!

 

 

Autor: Antonia Frenzel

14. Juni 2015 | Mit digitalen Medien besser lernen?

Einen herzlichen Dank an Christian Ebel und seine Einladung zur Blogparade zum Mehrwert digitaler Medien im Unterricht.

Ich werde es versuchen kurz zu halten: Zum digitalen Lernen wird vieles von vielen Seiten gesagt. Es gibt wie überall Unterstützer und Gegner. Das ist meiner Meinung nach unter anderem darauf zurückzuführen, dass “besser lernen” schwer evaluierbar ist – wie misst man Lernerfolg – an den Noten, am Wissen, an den Kompetenzen, …? Was ist ein Mehrwert? In der Praxis definiert eben das, jeder Lehrende selbst.

Ich möchte an dieser Stelle unabhängig aller Rahmenbedingungen einfach nur meine ganz persönliche Privatmeinung kundtun: ich lerne mit Wikis, Google, fetzigen Spielereien wie der Codeacademy, Blogs, MOOCs usw., denn ich hab sie per Smartphone ständig dabei und das Wissen ist auf dem neusten Stand. Ich kann digital lernen, da ich aufgrund meiner Schul- und Unibildung gelernt habe Quellen zu finden, zu analysieren und zu bewerten. Gleichzeitig lerne ich natürlich auch noch von Kollegen, Bekannten und Freunden klassisch im 4 Augen Gespräch. Wie immer: der Mix macht´s.

Schüler im Computerkabinett

Schüler im Computerkabinett

Am besten lerne ich unabhängig des Mediums: mit Spaß, Neugier und auch aus Fehlern. Trial and error. Diese Strategie gehört allerdings meiner Meinung nach weniger zur deutschen Kultur – hier ist der Lehrer unantastbar und macht keine Fehler, sonst büßt er Autorität ein und plötzlich tanzen ihm in überfüllten Klassenzimmern 26 Kinder auf der Nase herum. Genauso bei der Entfesselung von Neugier – neugierige, interessierte, kritische Schüler können unbeantwortbare Fragen stellen und schon leidet die Autorität des Lehrkörpers wieder und dann haben wir wieder die Sache mit der Nase und dem Tanzen.

Vielleicht sind das Gründe, warum der digitale Wandel teilweise auf Ablehnung stößt?! Vielleicht ist es die Angst vor dem Neuen, unklare Rahmenbedingungen, schlechte Weiterbildungsangebote, ein sich sperrender Schulleiter,…

Ich weiß nur eins: Ich will nicht mehr ohne digitale Medien leben. Für mich ist es: einfach und alltagstauglich. Es ist Teil meiner Arbeits- und Alltagswelt. Und das ist eben genau der springende Punkt: 5 Jahre wurde mir dieses eine Wort im Pädagogik-Studium eingehämmert: Lebenswirklichkeit und Lebensweltbezug. Und das Lebensweltbezug Schüler durchaus motiviert stelle ich bei unseren Workshops fest, wenn wir sagen “Jetzt gehen wir ins Computerkabinett!” oder “Holt eure Smartphones raus!”. Mir schlägt pure Freude, Bereitschaft, Energie und Interesse entgegen – wenn das keine idealen Voraussetzungen zum Lernen sind?!

10. Juni 2015 | Aus dem Leben eines Trainers – Social Web macht Schule in der 5. Klasse

Normalerweise unterrichtet das „Social Web macht Schule“-Team ab der 6. Klasse. Doch schon oft haben wir während der Schülerworkshoptage festgestellt, dass die Schüler da schon längst mit WhatsApp, Youtube und Co. vertraut sind und das Smartphone immer in der Hosentasche steckt. Damit die Schüler frühestmöglich einen verantwortungsbewussten, kritischen und sicheren Umgang mit den Sozialen Medien lernen, wuchs die Idee auch in jüngere Klassen zu gehen. Den ersten Workshop durften wir nun mit Unterstützung von enviaM an der Pestalozzi-Oberschule Hartha durchführen. Für die herzliche Gastfreundlichkeit möchten wir uns bei der Schule, der engagierten Schulleiterin Frau Wilde und natürlich all den interessierten und motivierten Schülern sowie Eltern bedanken.

Mit den Fünftklässlern kann man nichts machen? – Im Gegenteil!

Während der Kennenlernrunde merke ich, dass einige Schüler schon bei WhatsApp, Skype und Instagram angemeldet sind, andere noch nicht. Fremdwörter sind es aber für alle nicht und jeder kann mitdiskutieren. Letzte Zweifel, dass Fünftklässler zu jung für die Thematik sind, gehen spätestens hier verloren. In der ersten Pause werden sogar einige Smartphones aus der Schultasche geholt und mir stolz präsentiert.

Beim Angeben von personenbezogenen Daten auf Papier, sind einige Schüler vorsichtig und geben nicht ihre wahren Daten an. Als aber ihre frisch entstandenen „Profile“ in der Schule aufgehangen werden sollen, war niemand mehr damit einverstanden.

Wir wollen die Schüler nicht dazu bringen sich bei sozialen Netzwerken anzumelden oder ihre Profile zu löschen. Ihnen soll bewusst werden, dass alle Daten, welche sie ins Internet stellen, von jedem Nutzer gelesen werden können und nie vergessen werden. Der große Leitsatz des Tages heißt: „Das Internet vergießt nie“.

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Schüler geben sich untereinander “Like-Buttons” für ihre Profile

Nach dem Workshop sind die Eltern und Lehrer gefragt!

Während Vorteile des Social Web schnell von den Schülern aufgezählt werden, besteht allerdings bei den Nachteilen noch Erklärungsbedarf. Vielen ist das Social Web vertraut, doch als Gefahren kennen die Schülern nur Werbung und Viren. An dieser Stelle sollten Eltern und Lehrer die Schüler unterstützen und einen verantwortungsbewussten Umgang begleiten.

Also erklären Sie als Eltern oder Lehrer den Schülern, was Cybermobbing und Cybergrooming ist. Machen Sie mit Ihrem Kind gemeinschaftlich eine „Entdeckungstour“ durch das Social Web. So können Sie zum Beispiel mit Ihrem Kind die Freundschaftsliste besprechen. Fragen Sie Ihr Kind: Kennst du die Person persönlich? Möchtest du, dass die Person alle deine Aktivitäten und personenbezogene Daten sehen darf? Sie können Ihr Kind auch beim Erstellen eines Nutzerprofiles unterstützen. Gehen Sie dabei die Privatsphäreeinstellungen gemeinsam durch und besprechen Sie, welche Daten und Fotos veröffentlicht werden dürfen und welche nicht.

Gruppenarbeit zu Vor- und Nachteilen

Gruppenarbeit zu Vor- und Nachteilen des Social Webs

Mein Fazit zu den Workshoptagen

Mir hat es großen Spaß gemacht mit den Kindern zu diskutieren und auf einer lockeren Weise über das Thema zu sprechen. Im Vergleich zu den höheren Klassen, hatten die Fünftklässler zwar noch nicht so viel Erfahrung, doch habe ich das Gefühl, dass die Thematik die Schüler sehr angesprochen hat und sie viel aus den zwei Workshoptagen mitgenommen haben. Gerade in diesem Alter beginnen Sie mit ihre Smartphones aktiv zu werden, zu entdecken, Apps auszuprobieren und Youtube zu durchforsten. Eine tolle Möglichkeit also auf einige Do´s und Don´ts hinzuweisen.

Leider sind wir bisher nur zwei Tage an Schulen. Auch wenn wir den Schülern stets per WhatsApp zur Verfügung stehen, damit die bewusste Mediennutzung auch wirklich Bestandteil des Alltags wird, müssen Eltern und Lehrer aktiv werden: soziale Netzwerke und Smartphonenutzung nicht unter den Teppich zu kehren. Die Schüler haben viel zu erzählen. Auch wenn noch nicht jeder aktiv ist, bekommen sie oft mit, wie ihre Familie und Freunde die Sozialen Medien nutzen. Also seien Sie Vorbild! Erklären Sie ihrem Kind was Sie mit dem Smartphone machen. Tauschen Sie sich aus. Verbieten Sie Ihrem Kind nichts, was Sie selbst machen. Weitere Tipps finden Sie z.B. bei Klicksafe oder den digitalen Helden.

Autor: Antonia Frenzel

21. Mai 2015 | Aus dem Leben eines Trainers – Lehrer auch mal als Schüler

Nach dem Klingeln ist vor dem Workshop

Was müssen Lehrer eigentlich über die Nutzung von Sozialen Medien und Smartphones wissen? Wie kann man Soziale Medien zielorientiert im Unterricht nutzen? An die Beantwortung dieser und weiterer Fragen haben wir uns Anfang Mai zusammen mit dem Kollegium der 36. Oberschule in Dresden herangetraut. Das Spannende an diesem Tag? Die Lehrerweiterbildung findet als Workshop statt – die Lehrer hören nicht nur zu, sondern besuchen Stationen zu unterschiedlichen Themen und diskutieren miteinander in kleinerer Runde.

Wie bei jedem weiteren Workshop sammeln wir anfangs die Erwartungen der Teilnehmer an den Tag. Von reinen Wissensfragen („Was sind diese Sozialen Medien überhaupt?“) bis zu philosophisch angehauchten Überlegungen („Der gläserne Mensch – gut oder schlecht?“) ist alles dabei. Per Hashtag wird die persönliche Einstellung zu Sozialen Medien bekundet; die Meinungen gehen hierbei stark auseinander. Wie auf dem Bild unten zu sehen ist, ist unsere Trainerin Kristin Stritzke #VerliebtInSocialMedia manche Lehrer haben sich jedoch #ErfolgreichVerweigert.

#MeineEinstellungZuSocialMedia

Nach der Erwartungsanalyse ist die Zeit der Wissensvermittlung gekommen. Mehrere Soziale Netzwerke werden vorgestellt, die Gefahren von WhatsApp und Younow heiß diskutiert. Trotz der Gefahren sind die Lehrer nicht abgeschreckt und informieren sich auch gerne darüber, wie man Social Media im Unterricht einsetzen kann. Besonders still wird es im Klassenzimmer, sobald es ums Gesetz geht. Vor Allem die Fragen „Darf ich als Lehrer einem Schüler das Handy wegnehmen?“ (Nur während der Unterrichtszeit!) und „Darf ich einen Schüler auffordern, ein Bild von seinem Smartphone zu löschen?“ (Auffordern – nein, bitten – ja!) beschäftigen die Lehrer. Auch das Cybermobbing findet in der Lehrerweiterbildung Platz. Die Rolle des Lehrers wird besprochen, Vorbeugungsmaßnahmen und pädagogische Methoden zum Einschreiten im Falle eines Falles werden vorgestellt.

Lehrerweiterbildung interaktiv

Und nun dürfen die Lehrer ans Flipchart! Im World Café mit vier Stationen beziehen Lehrer Position zu den Fragestellungen „Soziale Medien im Schulkontext – ja oder nein?“ und „Cybermobbing an unserer Schule – wie gehen wir damit um?“, diskutieren über die Lage an der 36. Oberschule und denken über Maßnahmen zur Integration von neuen Medien in der Schule nach. Bei der Station „Lehrer als öffentliche Person im Internet“ setzen sich die Lehrer im Computerkabinett hinter den PC und manch einer versucht Informationen über sich selbst bei Google zu finden. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus: Einige Lehrer freuen sich über ihre Anonymität im Netz, während andere sehr gerne über sich nachlesen. Insgesamt sind sich die Lehrer jedoch einig – Kommunikation und Diskussion sollte nicht online, sondern persönlich und unter vier Augen stattfinden.

Flipchart 13

Soziale Medien – Vor- und Nachteile

Am Thementisch “Smartphonenutzung in der Schule – wie und wann?” kann man sich anfangs noch nicht recht konzentrieren, sondern diskutiert noch über die Suchergebnisse des vorherigen Thementischs im Computerkabinett. Alsbald entbrennen dann aber doch die großen Fragen:

  • “Was wollen wir kollektiv an Regeln und Konsequenzen ein- und weiterführen?”,
  • “Wie können wir die Schüler an der Regelüberarbeitung beteiligen, da sie sich teilweise auch gestört fühlen von der Smartphonesucht des Ein oder Anderen?” oder
  • “Wie können wir die Eltern sensibilisieren?”.

Mit Sozialen Medien in die Zukunft

Zum Abschluss des Workshops werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Lehrer zum Handeln im Bereich Neue Medien verpflichtet.

Unser Fazit zur neuen Art der Lehrerweiterbildung? Der Workshop hat Spaß gemacht und sollte als Konzept weiterentwickelt werden. Eine solche Weiterbildung birgt viel Potenzial für Schulen, um sich über Soziale Medien zu informieren und auch die Diskussion bezüglich Neuer Medien und ihres Einsatzes in der Schule und im Unterricht zu starten.

Wir sind gespannt, welche Neuerungen an der 36. Oberschule implementiert werden und freuen uns, dass wir mindestens ein #ErfolgreichVerweigert in #Interessiert umwandeln konnten! Denn geht es nicht genau darum; Neugier zu wecken, Angst zu nehmen und den Sozialen Medien an der Schule die Buhmann-Aura zu nehmen?

Autor: Eugenia Oscherowski

11. Mai 2015 | Mit dem Smartphone lernen statt Handyverbot? Die Schule im Digitalen Zeitalter

Spätestens ab der 6. Klasse wird das Smartphone für die Mehrzahl der Schüler zum festen Bestandteil ihrer Lebenswelt. Dies sorgt zuweilen für große Verunsicherungen in deutschen Schulen, welche auf die Herausforderungen der Digitalisierung meist mit einem allgemeinen Handyverbot reagieren. Doch ist dies der richtige Weg und obendrein erlaubt? Welche Möglichkeiten haben Lehrer und wo liegen die Grenzen? Im Rahmen einer Lehrerweiterbildung an der 36. Oberschule in Dresden am 4. Mai lag das Interesse der Lehrerschaft unter anderem bei Fragen rund um den Smartphoneeinsatz im Schulkontext. Bevor wir über unsere Eindrücke und Ergebnisse aus der Lehrerfortbildung berichten, möchsten wir an dieser Stelle zunächst das Thema Smartphone in der Schule theoretisch aufgreifen.

Viele Vorbehalte gegenüber Smartphones

Neben Argumenten wie Konzentrationsverlust, Ablenkung, Mobbing und Schummeln in Klausuren, wird im Schulkontext vor allem die durch Smartphones fehlende Erholungsphase der Schüler kontrovers diskutiert. Anstatt sich in der Pause zu erholen, tippen sie nur auf ihrem Smartphone herum und spielen, chatten, posten, liken was das Zeug hält. Sollten Lehrer dies unterbinden und die Schüler stattdessen mit einem Ball auf den Schulhof verweisen oder regelt sich die Smartphonenutzung von selbst? Kann man es überhaupt verbieten und ist dies von Nutzen? Oder führt ein schlichtes Verbot nicht vielmehr zu neuen Problemen?

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Regulierung der Handynutzung an deutschen Schulen unterliegt natürlich bestimmten rechtlichen Rahmenbedingungen, die an dieser Stelle mit Verweis auf die Internetseite irights.info natürlich nicht fehlen dürfen. Schulen können demnach nicht einfach nach Belieben eigene Regeln aufstellen, sie benötigen dafür eine gesetzliche Grundlage und müssen dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit folgen. Das jeweilige Schulgesetz der Länder stellt eine solche Grundlage, bleibt aber hinsichtlich der Handynutzung sehr allgemein. So können Schulen in einer Schulordnung festlegen, welche Maßnahmen sie vorsehen, um ihrer Aufgabe in der Erziehung und beim Unterricht zu erfüllen – und damit auch Regeln, die die Handybenutzung einschränken. Inwieweit es nun genau untersagt werden darf, das Handy zu benutzen und was bei Verstößen passiert, bleibt umstritten. Da ein allgemeines Handyverbot auf dem Schulgelände nämlich Grundrechte der Schüler wie freie Persönlichkeitsentfaltung und das Eigentumsrecht berühren kann, muss es verhältnismäßig sein. Auch die Rolle der Eltern, die ein zu berücksichtigendes Interesse daran haben können, ihre Kinder auf dem Handy erreichen zu können, spielt eine Rolle. Die Frage nach der Regulierung der Handynutzung an deutschen Schulen ist derzeit also keine eindeutige. Strengere Regelungen gibt es lediglich bei förmlichen Prüfungen. Dort kann einem Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe zufolge bereits das bloße Mitführen eines Handys als Täuschungsversuch gewertet werden.

Wichtige Helfer? Smartphones im Unterricht

Einen ganz anderen Weg hingehen gehen ausgewählte Schulen in NRW, die das Handyverbot abschaffen und die Smartphonenutzung mit dem Ziel mehr Medienkompetenz fest im Unterricht etablieren wollen. In Zusammenarbeit mit dem Learning Lab der Universität Duisburg – Essen haben die Pilotschulen ein gemeinsames Vorgehen bei der Einführung von Bring your own device (BYOD) geplant. Unter BYOD versteht man die Integration privater Endgeräte wie Tablets oder Smartphones in den Schulalltag. Die Projektpartner sehen den Einsatz von mobilen Geräten als Bereicherung und vor allem als Notwendigkeit an: “Unser Ansatz ist, wir müssen die Kinder so schulen, dass sie nicht in einem geschützten Umfeld aufwachsen und dann kommen sie raus und können damit nicht umgehen.”, betonte die stellvertretende Schulleiterin einer der beteiligten Schulen im Deutschlandfunk.
In einem regionalen Netzwerk werden die beteiligten Schulen Regelwerke und didaktische Konzepte erarbeiten und die gemeinsame Lehrerfortbildung planen. Es gibt viel zu tun: Unterrichtskonzepte müssen angepasst und Unsicherheiten geklärt werden.

phase6 mobile App: Kostenlose Lern-App für iPhone, iPad, iPod touch sowie für Android-Smartphones und Android-Tablets!
von phase6 News (CC BY 2.0)

Initiative ergreifen

Je nach Fach unterscheiden sich die Möglichkeiten des Smartphoneeinsatzes für Lehrer natürlich enorm, ein Patentrezept gibt es nicht. Dennoch lohnt es sich auch unserer Meinung nach über konkrete Möglichkeiten für den Smartphoneeinsatz im Unterricht nachzudenken, denn das Bildungspotential der kleinen Minicomputer wird gern unterschätzt. Gestalten Sie doch einfach mal eine virtuelle Schnitzeljagd mit Hilfe der App Actionbound (weitere Informationen auf den Seiten von pb21), arbeiten sie aktiv mit Vokabeln im Fremdsprachenunterricht mittels der Vokabelhilfen von PONS oder lassen Sie sich und den Schülern jeden Tag die “palabra del día” oder das “mot du jour” per PONS Sprachapp geben.

Möglichkeiten gibt es viele – ob nun Online-Quiz, Vokabeltrainer oder Videos per QR-Code in eine Stationsarbeit einbauen, wichtig ist nur zu wissen: Nicht alle Schüler haben eigene Endgeräte. Um diese nicht auszuschließen, können Sie auf Partnerarbeit oder Gruppenarbeit setzen. Smartphone-Inhalte sollten außerdem möglichst nur zusätzlicher und nicht obligatorischer Natur sein.

Liebe Leser: Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Integration von Smartphones in den Unterricht gesammelt? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen, die anderen Lehrenden eine Hilfestellung sein können!

“Raus hier!” Mobiles Lernen mit Actionbound – ein #pb21-HowTo from pb21 on Vimeo (CC BY 3.0)

Autor: Marlene Jakob

29. April 2015 | Hinsehen und handeln

In der Regel gibt es an allen Schulen die ein oder anderen Probleme mit dem Social Web – in der einen Schule beleidigen sich die Schüler in klasseninternen WhatsApp-Gruppen, in der anderen Schule werden gemeine Bilder umhergeschickt und die nächste Schule bekommt die Smartphonenutzung ihrer Schüler generell nicht in den Griff. Mit den vielen schönen Möglichkeiten des Internet (vor allem auch des mobilen Internet) ergeben sich nun einmal ganz natürlich auch Herausforderungen. Solche Herausforderungen totzuschweigen oder ihnen gar nur durch Verbote zu begegnen, ist in wenigen Fällen eine wirkliche Lösung.

Herausforderungen geht man am Besten an, indem man sie erst einmal anerkennt und daraufhin thematisiert. Mit Betroffenen, mit Leidensgenossen, mit Kollegen, mit Experten oder beteiligten Gruppen in Austausch zu treten und zu diskutieren erweitert den eigenen Horizont, schafft Verständnis und ebnet den Weg zur Lösung. Frei der Maxime: Wer nicht diskutiert, der nicht gewinnt…

In diesem Sinne, freuen wir uns sehr über die Zusammenarbeit mit der Oberschule Hartha, die den Herausforderungen des Social Web proaktiv begegnet. Bereits im März fand dank des Engagements der Schulleiterin der Elternabend statt und nun kann dank des Engagements unseres Hauptsponsors enviaM der Schülerworkshop stattfinden – eine Premiere für unser Projekt. In Hartha werden wir das erste Mal mit Fünftklässlern arbeiten und fragen uns “Werden wir die abstrakten, komplexen Sachverhalte für eine so junge Zielgruppe mit sehr wenig Erfahrung im Social Web verständlich erklären können?” Die geringe Vorerfahrung ist für uns aber auch eine große Chance. Schließlich können wir hier tatsächlich präventiv tätig werden und den Schülern vor der Nutzung des Social Web mit Tipps und Tricks zur Seite stehen. So werden sie hoffentlich von Anfang an darüber nachdenken wer sie im Netz sein wollen und welche Informationen sie preisgeben – bevor die ersten Bilder um die Welt gegangen sein werden und  bevor das Netz sich so eine Meinung gebildet haben wird.

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Aber nicht nur in Hartha erwartet uns eine Premiere, sondern auch an der 36. Oberschule in Dresden. Hier dürfen wir das Kollegium an seinem pädagogischen Tag begleiten und einen intensiven, mehrstündigen Workshop zum Thema Social Web und Smartphonenutzung durchführen. Wir weichen also wieder von bekannten Bahnen ab und ergänzen unseren bewährten Lehrervortrag, der vorwiegend auf der Wissensvermittlung basiert, um einen interaktiven Veranstaltungsteil, zu dem die Schule mit ihren individuellen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Wünschen im Mittelpunkt steht.

Welche Erfahrungen wir mit den Fünftklässlern in Hartha und den Lehrern in Dresden gemacht haben, erfahren Sie wie immer zeitnah hier, auf unserem Blog.

 

 

Autor: Kristin Stritzke