15. Februar 2018 | SWmS beim Safer Internet Day 2018

„Wir sind eingeladen!“ freuten wir uns wie auf einen Kindergeburtstag. Dabei war das Thema ein ernstes: Die Polizeidirektion Dresden veranstaltete anlässlich des Safer Internet Day 2018 einen Projekttag am Marie-Curie-Gymnasium (MCG) Dresden. Uns fielen zwei Workshops zum Thema Kommunikation und Webpräsenz/Hate Speech zu.

Vorbereitung ist alles

Geplant waren für alle Referenten zwei Blöcke: Im ersten sollten Inhalte vermittelt und erarbeitet werden, im zweiten sollten die Schüler das Gelernte praktisch umsetzen. Diese Einteilung ermöglichte und verlangte eine Umstellung unserer üblichen Abläufe. Hinzu kam, dass wir vollkommen neue Materialien erstellen wollten, um uns den Themen noch konzentrierter und abwechslungsreiche widmen zu können. Immer wieder setzten wir uns als Team zusammen und werteten Ideen aus, strukturierten, diskutierten und hatten nicht zuletzt eine Menge Spaß mit den neuen Entwürfen. Dennoch stellte sich Erleichterung ein, als der Ablauf schließlich feststand.

Dann mussten Materialien gestaltet werden. Chatverläufe und Emojis aus Papier, Bilder und Videos, Requisiten.  Koffer und Kartons füllten sich mit Dingen, bei deren Anblick sich jeder Sechstklässler fragen muss: „Was wir heute wohl damit machen?“ – und ein bisschen fragten wir uns das auch.

Der große Tag

Ehe wir uns versahen, war es Dienstag, der 06. Februar 9:30 und wir saßen mit Kaffee in der Hand im Referentenzimmer des Marie-Curie-Gymnasiums und lauschten Jan Wittmann, der den Projekttag im Namen der Polizeidirektion Dresden für uns eröffnete.

Doch wir hatten noch etwas in der Hinterhand.

In rekordverdächtiger Geschwindigkeit verteilten wir dutzende Sticker an den unmöglichsten Stellen im Schulhaus. Darauf zu sehen: ein QR-Code mit dem deutlichen imperativ „Don’t scan!“. Ein wenig umgekehrte Psychologie später ruft der gescannte Code eine Website auf… wer die ganze Experience will, scannt selbst.fgh

Die folgenden 90 Minuten füllte die erste Hälfte unserer Workshops. Der Klasse 6d des MCG wurde anhand einer Runde „Stille Post“ das Prinzip der Informationstreppe verdeutlicht. Anschließend durften die Schüler erleben, wie schwer es sein kann, ein Bild nachzuzeichnen, das man nur mit Worten beschrieben bekommt. Doch mit der richtigen Technik gelang es bald, das Bild eines Fisches 1:1 zu übertragen. Voller Erfolg.

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Es wurde verglichen, wie Emojis eine Aussage im Chat verändern können. Zum Schluss wurde das brandaktuelle Thema „Fake News“ angesprochen. Was ist eine sichere Quelle? Wie wird der Inhalt einer Nachricht Dargestellt? Verschiedene Punkte für die Einschätzung der Glaubwürdigkeit einer Quelle wurden zusammengetragen und die Google-Rückwärtssuche erläutert.

„Warum haten wir so viel im Netz?“, lautete die Frage, um die sich in der Klasse 6e alles drehte. Warum sich offline keiner zu haten traut und was der Unterschied zwischen konstruktiver und destruktiver Kritik ist, hatten die Schüler schnell verinnerlicht. Nach einem kurzen Exkurs zum Thema Cybermobbing richtete die Klasse den Blick auf einen konkreten Fall von Hate: Unter einem Video der YouTuber ForbiddenNickname und MagicBiber hatte ein jugendlicher Nutzer ein Hate-Kommentar hinterlassen. Warum hatte er diesen Kommentar geschrieben? Wie würden die beleidigten YouTuber reagieren? Diese und weitere Fragen zum Thema „Umgang im Internet“ sollten in einer Talkshow von den Beteiligten besprochen werden. Fünf Schüler wurden in Gruppenarbeit darauf vorbereitet, ihre Rolle in der Talkshow zu vertreten. Vom Überraschungsgast wusste die Klasse jedoch noch nichts…

Rotkäppchen und der YouTuber

Nach der Mittagspause folgte der praktische Teil des Workshops. Die Kommunikativ geschulte 6d machte Bekanntschaft mit Versionen von Rotkäppchen, die so noch niemand gehört oder gesehen hatte… Die Schüler führten die Geschichten weiter und zeigten auf, zu welchen Missverständnissen die verschiedenen Eigenheiten der Digitalen Kommunikation führen können. Mit viel Freude ließen die Schüler Rotkäppchen Jugendsprache reden und die Autokorrektur alles durcheinander bringen. Zum Schluss besiegte die Großmutter den Wolf, weil der sie von ihrem Bier getrennt hatte…

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In der 6e eröffnete ein Schüler als Moderator unterdessen die Talkshow. Zu Gast: Der Chef von YouTube, der Hater, dessen Mutter, MagicBiber und ein Überraschungsgast: Der echte, wahre ForbiddenNickname persönlich war live dabei und diskutierte in der Talkshow mit. Nach einem Gespräch über Online-Verhalten und Meinungsfreiheit entschuldigte sich der „Hater“ und es gab Applaus für die Talkshow-Gäste. Als Abschluss entschied die Klasse gemeinsam über Regeln für eine „Anti-Hate-Vereinbarung“, in der festgehalten wurde, wie man im Internet miteinander umgehen sollte. Im Anschluss beantwortete ForbiddenNickname noch einige Fragen der Klasse.

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Die Sicht des Trainers

Wir hatten die Methoden gemeinsam erstellt und betreuten die Klassen in Zweierteams, wobei jeder Trainer seinen Stil beibehalten konnte und so einzigartige Mischungen entstanden. Unsere Nerven und die Aufmerksamkeit der Schüler profitierten spürbar von der Abwechslung. Die relative kurze Dauer des Workshops kombiniert mit dem gegenseitigen Vertrauen der Trainer ermöglichte erst die fokussierte Arbeit an den vorgestellten Themen.

Für mich persönlich war der Safer Internet Day mehr als eine Interessante Veranstaltung. Er war eine Inspiration, mutig und experimentierfreudig an Workshops heranzugehen und bekräftigte mich in der Annahme, dass enge Teamarbeit und die Einbeziehung aller unabdingbar für unser Projekt ist.

Am Ende war es eine spannende und informative Veranstaltung für alle Beteiligten, an der wir in den nächsten Jahren gern wieder teilnehmen. Bis dahin bleibt bei uns jeder Tag Safer Internet Day.

Autor: Hendrik Pigola

20. Dezember 2017 | „Nicht, was wir gelebt haben, ist das Leben. Sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern und davon erzählen“ [Gabriel García Márquez]

Ab und zu fällt jetzt hier der Schnee. Die Tage sind kälter geworden, die Wangen rosiger und die Küche eine Weihnachtsbäckerei. Das Jahr geht zu Ende. Ein neues Jahr beginnt. Und wir haben die Gelegenheit zurückzuschauen, Erfolge zu feiern und Misserfolge als Anlass für Veränderung zu sehen.

2017 – Digitale Trends bei Jugend und Schule

Das vergangene Jahr war 1 ereigmisreiches Jar vong Medien her. Bitte was?

Als rundum prominentester Trend unter Jugendlichen fand die durch eine Facebook-Seite verbreitete „Vong-Sprache“ große mediale Aufmerksamkeit. Der Ausdruck „I bims“ (Ich bin’s) wurde zum Jugendwort des Jahres 2017 gewählt und das zu Recht – gehört haben wir ihn oft genug. | Facebook-Seite

Netzwerke kommen und gehen, das hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt. Der große neue Trend 2017 nennt sich Musical.ly. Diese App ermöglicht Nutzern, kurze Videos zu Ausschnitten beliebter Musiktitel zu drehen und zu teilen. Wegen der schlechten Datenschutzvorkehrungen einerseits und dem Missbrauch geschützter Musiktitel andererseits geriet Musical.ly bereits in harsche Kritik. Ähnlich problematisch, jedoch mit kleinerer Nutzerzahl kommt die deutsche Seite Tellonym daher: Nutzer können sich gegenseitig anonym Dinge sagen. Die Gefahr eines anonymen Mobbings besteht – auch wenn Tellonym stärker moderiert wird als andere ähnliche Plattformen. Vor allem bei Jungen Eltern fand die Kinderfreundliche Webvideo-Alternative YouTube Kids Interesse. Seit September läuft das Angebot auch in Deutschland. Nach wie vor wird empfohlen, seine Kinder nicht mit dem Gerät allein zu lassen – verstörende Videos auf YouTube Kids sorgten in den USA für den sogenannten „Elsagate“-Skandal.

Musical.ly | Tellonym.me | Youtube Kids Elsagate-Skandal

2017 – Social Web macht Schule

Viel ist passiert und viel ist vergangen im Netz. Auch in unserem Projekt können wir auf stürmische Zeiten zurückblicken. Noch in der letzten Schulwoche sind wir unterwegs und besuchen die Schüler der Pestalozzi Oberschule in Radeberg.

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Auswertung der ZEIT Online Arbeitsblätter http://service.zeit.de/schule/digitalisierung/chatten/

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Insgesamt 52 Schülerworkshoptage, 12 Elternabende und 8 Lehrerweiterbildungen haben wir im Projekt durchgeführt. Dabei sind in diesem Jahr vor allem Grundschulen dazugekommen. Außerdem waren wir zu Gast bei den Präventionstagen und auch den Linuxtagen in Chemnitz, bei der Sächsischen Bildungsagentur in Dresden und auch den Schulberatern der AOK PLUS.

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Die Social Web macht Schule Trainer zu den Linux Tagen in Chemnitz

Besonders stolz sind wir auf unser jüngstes Teammitglied: unseren Mobbing Mops. Auf Instagram kommentiert er das digitale Zeitgeschehen für Kinder und Jugendliche und zieht mit lautem Gebell gegen Mobbing in den Kampf.
Das ist nämlich dringend notwendig. Der Ton unter den Kindern und Jugendlichen ist dank der Anonymität und fehlenden Nähe und Reaktion des Gegenübers mitunter ziemlich rau. Da braucht es schon mal einen Mops, der sich für ein bisschen mehr Miteinander einsetzt.


Das Leben von Kindern und Jugendlichen ist digital. Nur fehlt es an Hilfe und Unterstützung in der Nutzung der Technologien – wie auch schon die Jahre zuvor. Mein wahrscheinlich einschneidenstes Erlebnis dieses Jahr war eine neunte Klasse, die mir Pornofilmchen zeigte, die sie im Klassenchat umherschicken. Unser Trainer Hendrik erinnert sich an eine Schülerin im Datenschutz-Modul. „Sie sagte, es sei doch gut, wenn ihre Adresse jeder finden könnte. Wenn sie auf YouTube berühmt wird, ist es einfacher, ein Fantreffen zu veranstalten.“

2018 – ein Ausblick

Und was erwartet uns im neuen Jahr? Bis März kommt erst einmal viel Arbeit auf uns zu: es geht nach Hartha, Geithain, Coswig, Burgstädt und viele mehr danke der tatkrätigen Unterstützung von enviaM. Wir freuen uns auch auf eine neue Webseite und viel Spaß mit unserem Mobbing Mops. Arbeitsmaterialien wie ein Ausschneidemops oder ein Himmel und Hölle Spiel sind noch in Arbeit. Denn egal wie rau der Ton in einer Klasse, beim Mobbing Mops sind sich die Schüler einig #mopsarmy.

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Feedback eines Workshops aus dem Tschirnhaus Gymnasium Dresden

Spannend wird auch die Entwicklung in sächsischen Schulen nachdem der Masterplan zur schulischen Medienbildung und Digitalisierung vorgelegt wurde. Wir freuen uns diesbezüglich auch, dass Präventionsprojekte nun über Präventionsgelder (zu beantragen über das Schulportal) von sächsischen Schulen finanziert werden können.

Es war, ist und bleibt spannend im Projekt Social Web macht Schule.

 

 

Autor: Kristin Stritzke

26. Oktober 2017 | Herzensprojekt

Social Web macht Schule ist eine Initiative der queo GmbH – was soll das denn heißen? Immer wieder werden wir gefragt, was denn dieses queo mit uns zu tun hat. Bemühungen aus der Wirtschaft in der Bildung werden kritisch beäugt. Schließlich ist Bildung unabhängig und kostenlos. Theoretisch. Rein praktisch allerdings braucht Bildung auch ab und zu mal einen Impuls und eine Unterstützung aus der Wirtschaft.

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Es war einmal…

Wenn man Kinder hat, ändert sich das ganze Leben. Plötzlich geht es um Sicherheit, Stabilität und Gesundheit. Darum das Wohl eines anderen Wesens über das eigene zu stellen und eine junge Seele optimal in seiner Entwicklung zu unterstützen. Wir bringen unseren Kindern das Schwimmen bei, zeigen ihnen wie man sicher die Straße überquert und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Und dann kommt so eine Digitalisierung daher. Das Internet. Unbekannte Gefahren. Unsicherheit.

2011 ein Elternabend an einer Dresdner Schule. Diskussionen zum Thema schülerVZ. Fragen werden laut, was das denn ist und was die Kinder dort machen. Unwissenheit. Lehrer und Eltern sind gleichermaßen ratlos. Beratungsangebote, Referenten Fehlanzeige. Und die Kinder toben sich derweil online aus.

So passierte es. Ein Vater dachte: das kann man doch ändern. Und änderte es. Ein queo Vater, dessen täglich Brot Internet und Social Media sind. queo als Dresdner Unternehmen beschäftigt sich nämlich mit eben diesen Themen: Kommunikation in der digitalen Welt gestalten. Dazu gehört natürlich auch die Betreuung von Social Media Kanälen: Shitstorms managen, Zielgruppen analysieren. Facebook Posts planen und Instagram Plugins integrieren. Zugegeben: ursprünglich sollte das Projekt nur in Dresden bleiben und das auch nur bis Kultusministerium, Uni und Schule selbst Unterstützungsangebote realisieren können.

3 Jahre nach der Pilotisierung eines klein angelegten Social Responsibility Projekts hatte sich leider seitens der Bildungspolitik noch nichts getan. Die Digitalisierung schritt mit Meilenstiefeln voran, doch bis auf ein paar einsame Referenten und vereinzelte Lehrerweiterbildungen, hatte es das Internet immer noch nicht auf den Lehrplan geschafft. Der Bedarf an Schulen stieg. Statt zwei queos die nebenberuflich an Schulen vorbeischauten, gab es plötzlich ein fünfköpfiges Trainerteam. Statt Dresden, hieß es Sachsen und statt eines starren Workshopfahrplans, gab es plötzlich sechs Module. Statt Klasse 7 bis 8 sind wir mittlerweile im Kindergarten angekommen. Wenn man einmal was angefangen hat…

Was hat queo davon?

queo finanziert die gesamte Infrastruktur des Projekts. Dank queo haben wir es warm, können mit einem Auto nach Oelsnitz, Hochkirch & Co. fahren, haben Arbeitsgeräte, Arbeitsmittel, LTE Router (damit wir auch mal Internet an einer Schule haben) und vor allem: mich. queo finanziert die pädagogische Leitung des Projekts, die Konzepte überarbeitet, Inhalte aktualisiert, Arbeitsblätter gestaltet, aber auch Schulanfragen beantwortet, Blogartikel schreibt und Schülern bei Cybermobbing im Kummerkasten hilft. Und im Gegenzug? Kann sich die Geschäftsleitung einmal im Jahr zusammensetzen, sich auf die Schulter klopfen und nicht nur nach außen sondern auch tatsächlich als Unternehmen auftreten, das soziale Verantwortung übernimmt.

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Nicht nur die Geschäftsleitung sondern auch die anderen Eltern von queo profitieren von Social Web macht Schule. Jeder queo kann einen Medienelternabend an der Schule des eigenen Kindes anbieten.

…und so lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage

Es klingt fast wie ein Märchen. Es ist schwer zu verstehen, in einer Welt in der das Geld regiert. Aber Social Web macht Schule ist ein Herzensprojekt. Es soll in den stürmischen Zeiten der Digitalisierung Kindern, Eltern, Erziehern und Lehrern eine Anlaufstelle bieten – solange bis die Bildungspolitik aufgeholt haben wird und keine Akteure aus der Wirtschaft mehr braucht, um seine Arbeit zu übernehmen.

 

 

Autor: Kristin Stritzke

22. August 2017 | Faszination Hospitation – Der erste Workshop

Gespannt setzte ich mich am Dienstag still und leise in die letzte Reihe der Klasse 7b in der Erich-Viehweg-Oberschule in Frankenberg. Pünktlich zu Schulbeginn schrieb Marcel Burghardt seinen Namen an die Tafel und eröffnete den für mich allerersten Schüler-Workshop. Zwei hochinteressante Tage sollten folgen.

Vorbildliches Vorwissen

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Die Schüler vor ihren ausgehängten „Profilen“

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Die Profile bekamen „Likes“ in Form von Aufklebern

Zu Beginn stellte jeder Schüler sich und seine Lieblings-Apps auf dem Smartphone vor. Wie erwartet fielen hauptsächlich die üblichen Namen: Instagram, Youtube, WhatsApp. Doch schon beim folgenden Spiel überraschten uns die Schüler mit ihrer geschlossenen Aufgeklärtheit. Es galt, ein Profil in Form eines Blattes Papier auszufüllen, auf dem es u.A. Felder für Name, Adresse, Telefonnummer und eine Statusmeldung gab. Im Anschluss wurden diese Profile auf dem Schulhof ausgehängt, sodass die ganze Klasse jedes Profil begutachten und „Likes“ in Form kleiner Aufkleber verteilen konnte. Die Öffentlichkeit solcher Profile, die anhand des Aushängens verdeutlicht werden sollte, war den Kindern offensichtlich bereits sehr bewusst. Kaum ein Schüler gab seine E-Mail-Adresse, geschweige denn Handynummer an. Ich erinnere mich gut an Aussagen wie „So etwas müssen ja nur meine Freunde wissen.“ und „Wenn man es nicht hinschreiben muss…“ Insgesamt zeigten die Kinder gutes Vorwissen darüber, welche Daten man nicht angeben, welche Links man nicht anklicken sollte.

Junait – fast wie in echt

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Der Mobbing Mops im Computerkabinett

Das Thema der Spam-Links von Bots und dem sicheren Umgang mit Sozialen Netzwerken wurde im zweiten Block behandelt. Wir begaben uns ins Computerkabinett, um mit der Klasse die vom Familienministerium herausgegebene Social-Web-Simulation Junait zu spielen. Darin lernen die Schüler, richtig auf seltsame Freundschaftsanfragen und Werbenachrichten zu reagieren. Zuletzt wird in einer kurzen Präsentation ausgewertet, wie sich die Schüler gemacht haben und auf welche Gefahren es auch im echten Internet zu achten heißt. Hier wurden die Schüler schnell aktiv und hatten viel Spaß dabei, sich ein Profil zu erstellen, zu chatten und in Minispielen die Viren abzuwehren. Manch einer kam schneller dahinter, wie man sich verhalten musste, doch am Ende gab es viele richtige Antworten auf die entscheidenden Fragen. Wer sich anfangs unsicher gewesen war, wusste jetzt genau, dass er keine Freundschaftsanfragen von Fremden und keine angeblichen Geschenke annehmen sollte.

Im dritten Block nahm die Konzentration der Schüler etwas ab, doch trotzdem kam die Botschaft der Übung „Häuserbau“ deutlich an. Die Schüler versuchten zunächst, Gebilde aus Streichhölzern ohne Sichtkontakt nachzubauen. Dazu erklärten ihnen ihre Mitschüler den Aufbau und es galt genau zuzuhören. Danach musste eine Beschreibung mittels einer „E-Mail“ auf einem Blatt stattfinden, ohne dass die Schüler miteinander darüber reden durften. Schnell zeigten sich Vor- und Nachteile von jeweils Sprache und Schrift und das Tafelbild der „Informationstreppe“ veranschaulichte den Verlust von Information, wenn nicht auf Formulierungen geachtet oder richtig zugehört wird.

Der nächste Tag – was ist noch da?

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Welche Probleme können bei Kommunikation auftreten?

Tag 2 begann mit einer Wiederholung der bereits besprochenen Themen, zu denen ein Quiz gespielt wurde, für das die Schüler begeistert ihr Smartphone aus der Tasche holen durften. Gefragt war wissen über die Privatsphäre, das Recht am eigenen Bild, Anzeichen für eine vertrauliche Website und den Umgang mit Spam. Hier erklärte man sich gegenseitig unbekannte Begriffe („Was sind denn Cookies?“) und eine Eigendynamik entwickelte sich. Viele Schüler hatten plötzlich Rückfragen und waren interessiert an den neuen Details.

Wie benimmt man sich online und warum?

Nach einer Pause widmete sich der Workshop dem Thema „Cybermobbing“. Die Klasse schaute den Kurzfilm „Nackt im Netz“ und gestaltete Plakate, auf denen sie die Gefühle und Gedanken der Agierenden Figuren darstellte. Die Kinder reflektierten den Film, überlegten sich Gründe für das Verhalten der Protagonisten und erklärten, wie sie mit der Situation umgegangen wären. Viele Schüler waren gut in der Lage, sich in die Positionen zu versetzen und die Vermutungen über die Motive der Täter und auch der Opfer anzustellen. Ich hatte das Gefühl, dass die Schüler sich hier recht komplexe soziale Strukturen und Interaktionen erarbeiteten und war erstaunt, was für repräsentative Plakate der etwas chaotisch wirkenden Arbeit der Siebtklässler entsprangen.

Im letzten Teil des Workshops wurde das Thema WhatsApp besprochen, die Klasse erklärte, wie es in ihrem Gruppenchat ablief und was sie störte. Anhand dieser Punkte stellten die Schüler Regeln über das Verhalten im Chat auf. Hier wurden Probleme konkretisiert, über die die Schüler in dieser Art noch nicht gesprochen zu haben schienen. Zum Schluss schienen jedoch alle mit den Regeln zufrieden.

Ein motivierendes Erlebnis

So endete der Workshop auch schon. Mich hat die Motivation und Zusammenarbeit einer so großen Klasse positiv überrascht, und es war höchst interessant zu sehen, wie die Schüler während der Übungen untereinander agierten. Da wurde erklärt und geknobelt und sich lustig gemacht, aber nie schien es, als wäre das Ziel, die Auseinandersetzung mit dem Thema, nebensächlich geworden. Das chatten bei Junait, das Haare raufen beim erklären der Streichholzbilder, die Diskussionen um die Plakatgestaltung: All das war Teil des Prozesses, sich die Chancen, Gefahren und Regeln im Internet bewusst zu machen. Ich freue mich bereits sehr auf meinen ersten eigenen Workshop.

Autor: Hendrik Pigola

14. August 2017 | Wir begrüßen unser neues Teammitglied

Ich saß nichtsahnend in unserem Social Web macht Schule (SWmS) Headquarter und spielte wie so oft mit unserer Virtual Reality Brille herum, als mich das „Ping“ einer Email aufblicken ließ. Wir hatten eine Bewerbung erhalten. Soweit nichts ungewöhnliches. Das passiert von Zeit zu Zeit. Aber statt eines Lebenslaufs oder einer Beurteilung, enthielt die Nachricht nur die folgenden Zeilen: „Ich hab mich umentschieden. Mobbing ist scheiße. Ich will bei euch mitmachen. Wann fange ich an und darf ich ein Cape zur Arbeit tragen?“

Ich hielt es erst für einen Scherz. So bewirbt man sich doch nicht in einem seriösen Projekt. Gleichzeitig dachte ich aber auch „Da hat er mich. Ein Teammitglied mit Cape hat uns tatsächlich noch gefehlt.“

Wir luden ihn ein. Wir begutachteten sein Cape. Und seine Erklärung hat uns letztendlich überzeugt:

Der Mobbing Mops

„Ich mache jetzt hier mit, weil das so ist. Mobbing ist scheiße und vielleicht hab ich auch ein schlechtes Gewissen, weil ich war in meiner Kindheit auch nicht immer nett, aber ja, man kann andere nicht wegen ihrer Körperfülle oder dem Stummelschwanz oder den kurzen Beinen dumm anmachen. Das ist ja mal lustig, aber dann nervt´s und irgendwann auch irgendwie noch mehr. Und nur weil die anderen so Filter über ihre Bilder legen oder irgendwas im Photoshop wegradieren, ist doch unfair. Man ist so wie man ist. Und das ist ok. Also hört auf mit dem Scheiß und sucht euch ein Hobby und lasst die anderen in Ruhe. Ist das genug Erklärung?“

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Autor: Kristin Stritzke

3. August 2017 | Wieder Zuwachs im Team!

Das neue Schuljahr beginnt und auch bei uns gibt es Neuerungen!
Ab August ist Hendrik neu im Team, er arbeitet für ein Jahr als Bundesfreiwilliger bei uns. Dafür hat er auch seine Gründe:

Hendrik Pigola

„Ich nutze Soziale Medien, seit ich ein Teenager bin, manche auch schon länger. Heute bin ich dankbar für die damals mangelnde Möglichkeit oder den Verzicht darauf, manche selbstgedrehten Videos auf YouTube hochzuladen. In der Schule bekam ich bei anderen mit, wie einen Gerüchte und Witze über solche Veröffentlichungen on- und offline heimsuchen können. Ich kann mich tatsächlich noch gut an eine Zeit ohne Smartphones erinnern. Im Laufe der Jahre musste ich feststellen, wie sehr die Hemmschwelle, etwas aufzunehmen und zu posten, sinkt, wenn all dies überall und unmittelbar mit einem Gerät möglich ist.

Doch seit die Debatte um den richtigen Umgang von Kindern und Jugendlichen mit dem Internet existiert, ärgert mich die Einseitigkeit vieler Lösungsvorschläge. Es sollte keine Angst vor dem Internet geschürt und kein allgemeines Verbot der Nutzung ausgesprochen werden. Dieses Vorgehen führt in meinen Augen lediglich dazu, dass dem jungen Menschen die Möglichkeit genommen wird, sich zur rechten Zeit mit einem wichtigen Medium auseinanderzusetzen. Denn egal, ob man früher oder später Kontakt damit hat: Umgang mit dem Internet braucht Erfahrung.

Ich möchte dafür eintreten, dass Schüler nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Fähigkeiten zur Nutzung des Internets vermittelt bekommen. Es gilt, ein Verantwortungsbewusstsein für Soziale Medien zu erarbeiten.“

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Autor: Hendrik Pigola

13. Juni 2017 | Gemeinsam stark

Schülerworkshops stellen nur eine Säule dar, wenn es um die Vermittlung von Medienkompetenz im Social Web an Schüler und Schülerinnen geht.

Vor diesem Hintergrund war ich Ende Mai zu einem Elternabend in Großrückerswalde. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Großrückerswalde hatten wir bereits im letzten Sommer mit einem Workshop rund um Cybermobbing unterstützt. Um die Vermittlung von Chancen und Gefahren zu komplementieren, dürfen natürlich die Eltern als Bezugspunkt und Vorbilder ihrer Kinder nicht fehlen. Somit habe ich in meinem Vortrag auch besonders darauf Wert gelegt, den Eltern zu vermitteln, dass sie gemeinsam mit ihren Kindern das Internet und die vielen verschiedenen Apps erkunden – und mit gutem Beispiel vorangehen sollten.

Würden Sie ihrem 6-jährigen Kind ein Buch von Shakespeare in die Hand drücken und sagen: „Lies mal“? Wohl kaum.

Das Internet oder Smartphones verteufeln sollten wir aber nicht. Smartphones sind Medien genau wie Bücher oder der Fernseher. Und wir setzen unser Kind ja auch nicht 22 Uhr vor den Bildschirm und lassen es ungehindert RTL 2 schauen, ebenso wie wir ihnen mit 6 Jahren noch keine Enzyklopädie vorsetzen.

Unsere Kinder wachsen stattdessen mit Bilderbüchern auf, später lesen wir ihnen vor und schlussendlich gehen sie ihre eigenen Schritte und beginnen Erstlesebücher holprig den stolzen Eltern vorzulesen.

Ebenso sollten wir mit digitalen Medien umgehen. Das Internet ist zu groß und vielfältig, als dass ein Grundschüler es erfassen und kognitiv verarbeiten könnte. Und es ist durch seine Offenheit zweifelsohne auch nicht ganz ungefährlich – was bleibt ist eine konsequente Medienerziehung und -begleitung.

Daher war die Quintessenz meines Vortrages und der Satz, den ich an diesem Abend wohl am häufigsten gesagt habe, dass die Eltern das Social Web und die digitalen Medien mit ihren Kindern gemeinsam erkunden und ausprobieren sollen. Ich habe an die Eltern appelliert mit ihren Kinder zu sprechen, behutsam zu (hinter)fragen welche Apps sie nutzen und mit wem sie kommunizieren (ohne in die Privatsphäre des Kindes einzudringen). In den kleineren Klassen besteht noch die Möglichkeit einen großen Einfluss auf die Kids zu nehmen sowie spielerisch mit ihnen Regeln zur Mediennutzung aufzustellen genauso wie einen offenen Austausch und Diskurs anzustoßen. Eine Möglichkeit, die wir nutzen sollten!

Output des Fachtags "Mediensucht" von k.NIF, Graphic Recordings von Johanna Benz.

Output des Fachtags „Mediensucht“ von k.NIF, Graphic Recordings von Johanna Benz.

Sie wollen mehr erfahren? Dann schauen Sie hier nach:

  • Mediennutzungsvertrag um spielerisch Regeln aufzustellen: https://www.mediennutzungsvertrag.de/
  • Klicksafe: http://www.klicksafe.de/
  • Schau Hin zu Jugendschutzeinstellungen Nr. 1: https://www.schau-hin.info/news/artikel/auf-jugendschutz-bei-videoportalen-achten.html
  • Schau Hin zu Jugendschutzeinstellungen Android-Geräte: https://www.schau-hin.info/medien/mobile-geraete/sicherheit/sicherheit-android.html
  • Schau Hin zu Jugendschutzeinstellungen bei Frizbox-Routern: https://www.schau-hin.info/medien/internet/sicherheit/sicherheitseinstellungen-bei-der-fritzbox.html
Autor: Marcel Burghardt

23. Mai 2017 | Ist das mein Problem?

Liebe Lehrer und Lehrerinnen,

ich weiß ihr habt viel auf dem Tisch. Ich weiß eure Zeit ist begrenzt. Ich weiß, dass man auch einfach mal einen Feierabend haben möchte und ich weiß, dass niemand Konflikte gern anspricht.

Ich weiß aber auch, dass Cybermobbing Realität ist. Ich sehe, dass viele Schüler leiden. Ich sehe Ausgrenzung. Ich sehe Beschimpfungen und Beleidigungen. Ich sehe viel Traurigkeit und viel Verzweiflung. Ich lerne über unseren Cybermobbing Kummerkasten Woche für Woche die traurigen Geschichten der Kinder und Jugendlichen kennen, die niemanden sonst zum Reden haben, die sich dick fühlen, die ihr Essen wieder auskotzen, die sich ritzen.

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Reaktion einer Schülerin auf das Amanda Todd Video

Und dann fragt ihr mich „Was geht uns das an? Ist das unser Problem? Handys sind bei uns verboten. Darum sollen sich doch die Eltern kümmern.“ [in der Lehrerweiterbildung bleibe ich an dieser Stelle meist still und hoffe, dass mir ein beherzter Lehrer zu Hilfe springt, damit nicht nur die Referentin (die ja „vom Schulalltag gar keine Ahnung hat“) mit erhobenem Zeigefinger vorn steht. Normalerweise springt mir eine Person zu Hilfe. Eine unter 30 anwesenden Lehrern.]

Liebe Lehrer und Lehrerinnen: es ist sehr wohl eure Verantwortung. Es ist eure professionelle Verantwortung als Lehrer, die das Schulgesetz unter den Begriffen „Fürsorgepflicht“ und „Erziehungsauftrag“ vorschreibt. Und es ist eure Verantwortung als menschliche Wesen. Es ist eure Klasse. Es sind eure Schüler. Wer, wenn nicht ihr, kennt dieses Gefüge, kann einschätzen wie die Situation wirklich ist. Wer immer allein sitzt. Wer Angst hat und nicht dazugehört. Und wer Spott ertragen muss. Ihr habt die Verantwortung über eine Gruppe Heranwachsender. Sie zu begleiten. Sie zu unterstützen. Sie selbst zu verantwortungsbewussten, selbstständigen, reflektierten Erwachsenen zu erziehen – und nicht nur Gedichtanalyse, Winkelberechnung und den Aufbau des Vogels beizubringen.

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Darstellung der Opferrolle im Mobbingprozess

Mobbing ist nicht normal. Mobbing gehört nicht zum Heranwachsen dazu. Zum Heranwachsen dazu gehört es sich zu vergleichen, Stärken und Schwächen kennenzulernen, den Platz in einer Gruppe zu suchen. Dieser Prozess wird von Konflikten begleitet. Aber nicht von systematischen Mobbing.

Auch ihr wart einmal jung. Auch ihr habt einmal gewusst wie schwer es ist sich selbst zu finden. Wie schwer es ist, zu sich selbst zu stehen, sich zu akzeptieren und den Mund aufzumachen, wenn jemand anderes das nicht tut. Auch ihr musstet lernen euch Sachen nicht so zu Herzen zu nehmen – und lernt es mitunter immer noch. Und jetzt sind nicht mehr nur die Augen der Klasse auf die Kinder und Jugendlichen gerichtet sondern dank Instagram, WhatsApp & Co. die der ganzen Weltöffentlichkeit. Helft euren Schülern, seid für sie da und gestaltet mit ihnen eine Welt, in der man gern lebt.

Nützliche Materialien für Lehrer

Projekttag „Gewaltfreie Selbstbehauptung“ von klicksafe.

Dokumentationshilfen und Protokolle zum Erfassen von Mobbingsituationen „Systematisches Konfliktmanagement“ der Gesellschaft für systematische Pädagogik und soziale Arbeit in Schule und Jugendhilfe.

Praktischer Ratgeber „Mobbing in der Schule. Erkennen und handeln.“ von Martin Ebner.

 

 

 

Autor: Kristin Stritzke

26. April 2017 | Und plötzlich macht es Klick

Vor Kurzem hatte ich meinen ersten Einsatz als Trainer von Social Web macht Schule. In der Oberschule in Hartha brachte ich einer 5. Klasse die Themen Datenschutz & Privatsphäre näher und erarbeitete gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen Kommunikationsregeln für Messenger Dienste wie Whatsapp & Co. Wie das genau aussah, was die Schüler und Schülerinnen dabei machten und wie ich meinen ersten Unterrichtseinsatz überstanden habe, lest ihr hier:

1, 2 oder 3 – ob ihr wirklich richtig steht…

Die Schülerinnen und Schüler konnten sich in einem Datenschutzquiz vom Stil der Fernsehshow 1, 2 oder 3 spielerisch mit Fragen nach Passwortsicherheit, Bildrecht, etc. auseinandersetzen. Anschließend ließ ich sie mit iPads Informationen über sich, ihre Eltern und Freunde suchen, die freizugänglich im Internet nachzulesen sind. Ziel der Methode war ein Verständnis dafür zuschaffen, welche Informationen man im Netz posten kann und was man eher für sich behält.

Social Web macht Schule Datenschutz

Schüler in Hartha arbeiten interaktiv mit iPads und suchen Informationen über sich, ihre Eltern, Geschwister und Lehrer.

5. Klässler & WhatsApp: Es macht Klick bei den Kindern

Das Eis war gebrochen. Was für ein toller Moment als die Schülerinnen und Schüler nach einigem hin und her, über Probleme in ihrem Whatsapp-Klassenchat angeregt diskutierten und ich merkte „Sie denken nach! Sie reflektieren!“. Über fiktive Tagebucheinträge eines Mädchens, dass sich darüber beschwert zu viele Nachrichten am Tag zu bekommen und gezielte Fragen, näherte ich mich dem Kern des Problems. Das war das schönste Gefühl im Workshop – Schüler, die selbst über ihren Umgang mit Whatsapp im Klassenchat reflektierten. Sie äußerten Wünsche und erarbeiteten Regeln für die zukünftige Nutzung in der Klasse z.B. das Smartphone ab 20 Uhr auszuschalten oder nicht ungefragt Videos von Klassenkameraden zu veröffentlichen.

Social Web macht Schule Eisbrecher Whatsapp

100 und mehr WhatsApp Nachrichten in Klasse 5 via WhatsApp – darüber muss diskutiert werden!

Warum mich das so begeistert hat? Im Vorfeld hatten wir uns mit der Schulleiterin über bestehende Probleme in der Klasse unterhalten und wussten, dass es Schwierigkeiten mit Whatsapp gab. Daher bereitete ich einen Unterrichtsentwurf vor und setzte mir das Ziel die Klasse dazu zu bewegen sich mit ihrer eigenen Nutzung auseinanderzusetzen. Dieser Plan ging super auf.

Meine Motivation ist ungebrochen

Am Ende unseres Workshops das direkte Feedback zu bekommen: „Können sie nicht noch länger bleiben?“ hat mich beflügelt weiteren Schülern Möglichkeiten, aber auch Gefahren im Social Web aufzuzeigen.

Social Web macht Schule Cybermobbing

Mit Stift und Papier erarbeiten Schüler Rollen im Cybermobbing.

Ich freue mich sehr über euer Feedback, Austausch und Ideen für unser Projekt.

Was die Presse über unseren Schuleinsatz berichtet hat, könnt ihr hier nachlesen:

      Freie Presse Mittelsachsen

Gegen Mobbing im Internet

      SZ Döbeln

Gegen Mobbing im Internet

Autor: Marcel Burghardt

21. März 2017 | Willkommen im Team!

Wir haben Zuwachs bekommen! Fragen wir doch mal nach: „Liebe Kristin und lieber Marcel – was hat euch denn zu Social Web macht Schule verschlagen?“

Kristin Richter

„Ich bin ein Digital Native. Das Internet ist für mich selbstverständlich und Alltag. Ich kommuniziere, teile, lerne, poste, like, downloade, frage, spiele, lese, schaue, bewerte, kaufte, vergleiche, höre via Internet und verschiedener Social Media Kanäle. Alles funktioniert für mich instinktiv und mit einer zuverlässigen Sicherheit.

Daten sind die Währung des Internets. Dadurch ist es wichtig sich bewusst zu werden, was es bedeutet, Daten von sich im Internet anzugeben. Dieses Bewusstsein ist aber nicht selbstverständlich.

Es gibt zu viele Möglichkeiten sich in den Datenfluten zu verlieren und Fehler zu begehen. Im Gegensatz zu Digital Natives lernen Kinder heute nicht mehr „mit dem Internet mit“ wie ich damals, sondern werden sofort vor die riesigen Möglichkeiten gestellt. Es ist fast unausweichlich, dass dabei Probleme entstehen. Es ist nicht leicht, alles im Blick zu haben, was im Internet möglich ist, dafür ist es zu viel und wächst zu rasant.

Aber ein sicherer Umgang mit dem Internet ist erlernbar. Es ist ein Ort, an dem für jeden etwas dabei ist und jeden willkommen heißt, wenn man nur weiß wo man wie nach was suchen muss. Mit dem Projekt „Social Web macht Schule“ möchte ich das Bewusstsein der Schüler, Eltern und Lehrer stärken, was das Internet alles kann und mit was wir dafür geradestehen.“

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Marcel Burghardt

„Das Social Web – unendliche Weiten. Viel Raum um sich zu verirren, um unbedarft Gefahren zu begegnen, die man (noch) nicht einschätzen kann, aber auch eine Fundgrube an Möglichkeiten.

Ich bin mit dem Internet aufgewachsen, zunächst am heimischen PC, später dann mobil mit dem Smartphone. So Google ich nach interessanten Restaurants, kaufe Sneaker bei Amazon, chatte mit Freunden bei Facebook und schaue Nachrichten mittlerweile nur noch bei YouTube – kurz ich bin täglich im Netz unterwegs.

Nicht erst seit gestern wird in dem Zusammenhang auch über Themen wie Cybermobbing, Datenschutz und Shitstorms diskutiert. Was macht Facebook eigentlich mit meinen Daten? Warum macht jeder Selfies und wo landen diese Bilder eigentlich?

Ich engagiere mich bei Social Web macht Schule, weil es mir ist es wichtig den Blick zu schärfen und ebenso den Raum für perspektivisches Denken zu öffnen. Es reicht nicht das Social Web zu verteufeln, wegzusehen und Smartphones an unseren Schulen zu verbieten. Stattdessen sollten wir die Kids zu einem verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien schulen. Potentiale hervorheben und nutzen, aber ebenso Gefahren bewusstmachen.“

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Wir heißen unsere beiden Trainer herzlich willkommen und freuen uns auf hitzige Diskussionen, spannende neue Ideen und Blickwinkel und vor allem ein super Miteinander!

Autor: Kristin Stritzke